Lockerbie-Prozess: Schuldspruch für Libyer bestätigt

14. März 2002, 13:58
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Auch nach Berufungsverfahren "lebenslang" für Bombenleger el-Meghrahi - Prozess nach fast drei Jahren abgeschlossen

Camp Zeist - Ein schottisches Berufungsgericht hat am Donnerstag das Urteil gegen den Lockerbie-Attentäter Abdel Basset Ali el Megrahi bestätigt. Die fünf Richter entschieden im niederländischen Camp Zeist einstimmig, dass keiner der von der Verteidigung vorgelegten neuen Beweise eine Berufung rechtfertige. Der 49-jährige Megrahi war von der Vorinstanz für schuldig befunden worden, den Bombenanschlag auf den Pan-Am-Jumbo im Dezember 1988 über der schottischen Ortschaft Lockerbie verübt zu haben.

Zwei neue Zeugen

Die Anwälte des ehemaligen libyschen Geheimdienstagenten Megrahi hatten das zweite Verfahren mit einer neuen Beweislage begründet. Sie präsentierten zwei neue Zeugen, die erklärten, sie hätten Beweise gefunden für einen Einbruch in die Gepäckabfertigung am Londoner Flughafen Heathrow wenige Stunden vor dem Start der Unglücksmaschine. Daher könne der Koffer mit der Bombe auch in London, und nicht wie nach Überzeugung des Gerichts in Malta, an Bord geschmuggelt worden sein. Die Anklage berief sich auf Zeugen, die bestätigten, Megrahi habe in Malta Kleidungsstücke eingekauft. In diese Kleidungsstücke war nach Ansicht der Ermittler die Bombe eingewickelt.

Megrahi sollte nach dem Urteil zurück in ein schottisches Gefängnis gebracht werden. Der Präsident der libyschen Anwaltsvereinigung, Hafid Joya, erklärte, das Gericht habe politischem Druck nachgegeben. Es habe keine eindeutigen Beweise gegeben, sagte er Journalisten vor dem Gerichtssaal.

Ein anderer libyscher Agent wurde im ersten Prozess freigesprochen. Bei dem Anschlag auf das Passagierflugzeug über Lockerbie kamen im Dezember 1988 alle 259 Insassen und elf Menschen am Boden ums Leben. (APA/AP)

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