Was ist schon sicher?

18. März 2002, 23:30
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RONDO befragte zwei Insider zum Thema Sicherheit & Türen

  • Milde Paranoia Detektiv Walter Penk-Lipovsky
Es ist eine Spirale im Sinne von: Wer Bomben baut, muss auch über Bunker Bescheid wissen. Meistens sind die Türen kein wirkliches Hindernis für einen Einbrecher. Die Leute haben drei, vier Schlösser, und dennoch sind die Türen zum Beispiel spielend einfach mit einer Brechstange aus den Angeln zu heben. Dabei müsste man nur oberhalb der Angeln kleine Metall- oder Holzstücke als Sperren anbringen. Ich empfehle eine "milde Paranoia" als Leitschiene in Sachen Sicherheitsüberlegungen.
Als Leibwächter muss man besonders darauf achten, dass man vor der zu schützenden Person durch die Türe tritt. Franz-Josef Strauß war so eine Persönlichkeit, die immer brav gewartet hat, bis ich durch die Türe hindurch war, wenn ich den Auftrag hatte, ihn zu bewachen. Was die Gestaltung von Türen betrifft, muss ich mich selbst bei der Nase nehmen. So wie das Sprichwort vom Schuster, der keine guten Schuhe hat, hab auch ich bisher nicht darauf geachtet meine wirklich sichere Stahltüre mit einem schönen Äußeren zu verkleiden.

    Milde Paranoia

    Detektiv Walter Penk-Lipovsky
    Es ist eine Spirale im Sinne von: Wer Bomben baut, muss auch über Bunker Bescheid wissen. Meistens sind die Türen kein wirkliches Hindernis für einen Einbrecher. Die Leute haben drei, vier Schlösser, und dennoch sind die Türen zum Beispiel spielend einfach mit einer Brechstange aus den Angeln zu heben. Dabei müsste man nur oberhalb der Angeln kleine Metall- oder Holzstücke als Sperren anbringen. Ich empfehle eine "milde Paranoia" als Leitschiene in Sachen Sicherheitsüberlegungen.
    Als Leibwächter muss man besonders darauf achten, dass man vor der zu schützenden Person durch die Türe tritt. Franz-Josef Strauß war so eine Persönlichkeit, die immer brav gewartet hat, bis ich durch die Türe hindurch war, wenn ich den Auftrag hatte, ihn zu bewachen. Was die Gestaltung von Türen betrifft, muss ich mich selbst bei der Nase nehmen. So wie das Sprichwort vom Schuster, der keine guten Schuhe hat, hab auch ich bisher nicht darauf geachtet meine wirklich sichere Stahltüre mit einem schönen Äußeren zu verkleiden.

  • Jede Tür geht auf Peter Jedelsky, Leiter des kriminalpolizeilichen Beratungsdienstes der Wiener Polizei.
Die Sache ist relativ einfach. Jede einbruchhemmende Tür unterliegt der Ö-Norm B 5338. Sie bestimmt, wie lang eine Türe einem bestimmten Werkzeug Widerstand leisten muss. Irgendwann geht ja jede Türe auf, auch die eines Tresors. Eingeteilt ist diese Norm wiederum in sechs Klassen, wobei wir die Klasse drei und vier empfehlen. Bei der Klasse vier muss die Türe mindestens zehn Minuten lang jedem Hammer, jeder Axt, Hebeln, Bohrmaschinen oder Keilen standhalten.

  Zehn Minuten sind für einen Einbrecher eine Ewigkeit. Die Kosten für eine solche Tür betragen circa 2200 Euro. Geht es darum, ein ganzes Haus sicher zu gestalten, gehen unsere Empfehlungen immer mehr in Richtung Alarmanlage. Laut Befragungen von inhaftierten Einbrechern schrecken diese ungefähr 70 Prozent aller Eindringlinge ab. Ein Hund oder eine Videokamera bringt es auf etwa 50 Prozent.   maik derStandard/rondo/15/3/02

    Jede Tür geht auf

    Peter Jedelsky,
    Leiter des kriminalpolizeilichen Beratungsdienstes der Wiener Polizei.
    Die Sache ist relativ einfach. Jede einbruchhemmende Tür unterliegt der Ö-Norm B 5338. Sie bestimmt, wie lang eine Türe einem bestimmten Werkzeug Widerstand leisten muss. Irgendwann geht ja jede Türe auf, auch die eines Tresors. Eingeteilt ist diese Norm wiederum in sechs Klassen, wobei wir die Klasse drei und vier empfehlen. Bei der Klasse vier muss die Türe mindestens zehn Minuten lang jedem Hammer, jeder Axt, Hebeln, Bohrmaschinen oder Keilen standhalten.
    Zehn Minuten sind für einen Einbrecher eine Ewigkeit. Die Kosten für eine solche Tür betragen circa 2200 Euro. Geht es darum, ein ganzes Haus sicher zu gestalten, gehen unsere Empfehlungen immer mehr in Richtung Alarmanlage. Laut Befragungen von inhaftierten Einbrechern schrecken diese ungefähr 70 Prozent aller Eindringlinge ab. Ein Hund oder eine Videokamera bringt es auf etwa 50 Prozent.

    maik
    derStandard/rondo/15/3/02

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