Erste Feuerprobe für "Sozial-Gipfel"

14. März 2002, 14:27
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Gewerkschaften versammeln im Vorfeld des EU-Treffens in Barcelona über 50.000 Demonstranten - Massive Sicherheitsvorkehrungen

Madrid - Wenn sich am Donnerstag die EU-Arbeitsminister mit den europäischen Gewerkschaftsführern und dem Arbeitgeberbund auf dem "Sozialgipfel" in Barcelona treffen, wird es sicherlich nicht nur am Verhandlungstisch heiß hergehen. Die beiden größten spanischen Gewerkschaftsbunde UGT und CC.OO werden nämlich auf einer Massendemonstration in den Straßen der katalanischen Hafenstadt "Vollbeschäftigung und mehr Sozialrechte für die Arbeiter" von den 15 EU-Staats- und Regierungschefs fordern.

Mehr Sicherheit des Arbeitsplatzes ist ein weiteres Motto der Demonstration. Die Gewerkschafter protestieren des weiteren gegen die am Tag darauf auf dem EU-Wirtschaftsgipfel debattierte Liberalisierung der europäischen Energie- und Transportmärkte. Die Gewerkschafts-Demonstration wird nach Angaben der spanischen Presse zwischen 50.000 und 70.000 Menschen mobilisieren. Die Polizei bereitet sich deshalb auf ihre erste Feuerprobe für die erwarteten Gipfelkrawalle vor. Die Organisatoren haben der Polizei zwar versichert, dass die Demonstration "organisiert, demokratisch und völlig pazifistisch" sein wird. Dennoch gehen die Sicherheitsbehörden davon aus, dass sich unter die Demonstranten auch gewaltbereite Randalierer der Anti-Globalisierungsbewegung mischen werden, um Ausschreitungen zu provozieren.

Die Generalsekretäre von UGT und CCOO, Diego Martinez und Xesus Gonzalez, kritisierten unterdessen die spanische Regierung, die Demonstranten schon im voraus zu "kriminalisieren" und wiesen auf das Demonstrationsrecht hin. Die Demonstration beginnt um zwölf Uhr Mittags auf dem Urquinaona Platz und wird im Ciutadella Park enden. Unter den Demonstranten befinden sich auch 6.000 Gewerkschafter aus Südfrankreich sowie kleinere Vertretungen aus anderen europäischen Ländern. Die Polizei erwartet rund 500 Busse mit Gewerkschaftern aus ganz Spanien, was zu einem Verkehrschaos in Barcelona führen könnte. Die Gewerkschaften werden sich am Samstag auch an der Großdemonstration beteiligen, die sich gegen die Globalisierung richten wird. (APA)

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