Der legendäre Klang von Rock'n'Roll

14. März 2002, 09:35
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Jim Marshalls Musikverstärker ist vierzig Jahre alt

Wien - Sein Name steht für laute Rock'n'Roll-Musik. Jim Marshall feiert in diesem Jahr sein 40-jähriges Bestehen im Geschäft mit Musikverstärkern. Bereits bei Konzerten von Jimi Hendrix prangte sein Name im geschwungenen Schriftzug von aufgetürmten Gitarrenverstärkern und entwickelte sich somit schnell zu einem unverzichtbaren Emblem des Rock'n'Roll.

"Ich gelte als die letzte lebende Legende, die das Geschäft in die Gänge gebracht hat und immer noch am Ball ist", sagte der 79-jährige Marshall am Mittwoch am Rande der Frankfurter Musikmesse.

Verstärker für den Boom britischer Rock'n'Roll-Musik

Marshall öffnete 1960 ein Musikgeschäft in London. Davor gab er bereits Schlagzeug-Unterricht. Zu seinen Schülern zählte unter anderem Mitch Mitchell, der später mit Hendrix in einer Band spielte. Mit dem Boom britischer Rock'n'Roll-Musik begann Marshall 1962 Verstärker zu bauen.

"Im West End behandeln sie uns, als wären wir Idioten"

"Eric Clapton und Pete Townshend und Ritchie Blackmore kamen alle zu mir und sagten, warum wir nicht Gitarren und Verstärker vorrätig halten? Im West End von London behandeln sie uns, als wären wir Idioten'", erinnert sich Marshall. Die Röhrenverstärker Marshalls spielten bald darauf eine wesentliche Rolle bei der Entwicklung des vollen, verzerrten Gitarrenklangs von Hendrix, Clapton, Townshend und anderer Rockstars.

Verstärkerturm war Dekor

Eine von Marshalls Erfindungen waren die zu einem Turm aufgestapelten Verstärker, die auf den Bühnen von Rock'n'Roll-Konzerten zu einem festen Inventar wurden. "Es war nicht in erster Linie wegen der Lautstärke", erklärte Marshall auf einer Zigarre paffend. Die Türme seien vor allem als Kulisse gedacht gewesen, um die Musikbands optisch zu unterstützen. "Sie (die Gruppen) hatten keine große Aufmachung, das war also im Wesentlichen die Idee hinter den Türmen", sagte Marshall.

Mit seinen 79 Jahren spielt Marshall immer noch Schlagzeug und geht auf Konzerte. An seiner Laufbahn bedauert Marshall nichts. Nur eines habe ihm das halbe Jahrhundert lauter Musik und wilder Konzerte abverlangt: In einem Ohr trägt Marshall ein kleines Hörgerät.(APA/Reuters)

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