Lebenslang für Ex-Black-Panther-Führer

14. März 2002, 10:48
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Wegen Mordes an Polizisten - Anklagevertretung in Georgia hatte Todesstrafe gefordert

Atlanta - Wegen Mordes an einem Polizisten hat ein Geschworenengericht in Atlanta einen ehemaligen Führer der militanten Bürgerrechtsbewegung Black Panther am Mittwoch zu lebenslanger Haft verurteilt. Dem in der vergangenen Woche ergangenen Schuldspruch zufolge erschoss Jamil Abdullah Al-Amin, der früher H. Rap Brown hieß, im März 2000 einen Polizisten und verletzte einen weiteren, als die Beamten ihm einen Haftbefehl überstellen wollten.

Die Anklagevertretung im US-Staat Georgia hatte die Todesstrafe für den 58-Jährigen beantragt. Dem folgten die Geschworenen in fünfstündigen Beratungen jedoch nicht. Eine Freilassung auf Bewährung des heutigen moslemischen Geistlichen zu einem späteren Zeitpunkt schlossen sie aber aus.

Haftstrafe

In den 60er Jahren führte Al-Amin alias Rap Brown das Gewaltfreie Koordinationskomitee der Studenten, das Aktionen gegen die Diskriminierung der Schwarzen in den amerikanischen Südstaaten organisierte. Später sprach er sich für den Einsatz von Gewalt gegen Unterdrückung aus und wirkte als Justizsprecher der Black Panther. Während einer Haftstrafe wegen Raubes in New York trat er in den 70er Jahren zur moslemischen Bewegung Dar-ul Islam über und wurde deren Iman in Atlanta.

Der dreiwöchige Prozess hätte schon im vergangenen Jahr stattfinden sollen, war nach den Terroranschlägen vom 11. September aber verschoben worden, weil der Richter angesichts der aktuellen Stimmung antimoslemische Ressentiments unter den Geschworenen befürchtete. (APA/AP)

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