EU-Sozialgipfel will Entlassungen durch Firmenfusionen bekämpfen

14. März 2002, 14:28
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Europäischen Sozialmodell soll bewahrt werden

Madrid - Umstrukturierungen, Fusionen und Firmenübernahmen von Unternehmen kosteten im letzten Jahr in Europa über 350.000 Menschen ihren Job. Diese Tendenz aufzuhalten, steht im Mittelpunkt des am Donnerstag stattfindenden "Sozialgipfels" zwischen EU- Arbeitsministern und den europäischen Gewerkschaftsführern und Arbeitgeberverbänden in Barcelona, berichtete die Tageszeitung "El Pais".

Bessere Koordinierung

Die EU-Regierungen haben sich auf dem vergangenen Gipfel in Laeken darauf verständigt, vor jedem Frühjahrsgipfel einen solchen "Sozialgipfel" zu veranstalten. Spaniens Ministerpräsident Jose Maria Aznar wird mit seinem dänischen Amtskollegen Andersfogh Rasmussen und dem griechischen Ministerpräsidenten Costas Simitis als Vertreter der jetzigen und der künftigen EU-Präsidentschaften die Leitung dieses Treffens übernehmen. Es geht vor allem um eine bessere Koordinierung der wirtschaftlichen und sozialen Maßnahmen. Außerdem werde man versuchen, den sozialen Dialog zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern auf EU-Ebene "verbindlicher" zu machen.

Bewahrung des europäischen Sozialmodells

Neben einer "dynamischen und wettbewerbsfähigen Wirtschaft" soll auch die Bewahrung des europäischen Sozialmodells und den "sozialen Zusammenhalt" zum Ziel der EU gemacht werden. Der europäische Gewerkschaftsbund kritisiert die EU-Sozial- und Arbeitsminister zu viel Gewinn auf die Liberalisierung der Märkte, das Ankurbeln der Wirtschaft und die flexiblere und mobilere Haltung der Arbeiter zu legen, andererseits aber die Zusicherung und Verbesserungen der Sozialversicherung, Ausbildung und Rechtsschutz in Vergessenheit geraten lassen.

Auf der anderen Seite werden die Arbeitsgeberverbände die EU- Regierung auf diesem Treffen auffordern, schnellsten die in Lissabon verabschiedeten Strukturreformen insbesondere des Arbeitsmarktes in die Wege zu leiten, da Europa sonst weder in der Lage sein wird, ein konstantes Wirtschaftswachstum zu erreichen, noch Arbeitsplätze zu schaffen. (APA)

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