Nordkoreanische Flüchtlinge in Manila eingetroffen

15. März 2002, 16:16
posten

China genehmigte Ausreise

Peking/Manila/Seoul - China hat am Freitag 25 nordkoreanische Flüchtlinge, die in der spanischen Botschaft in Peking Zuflucht gesucht hatten, nach Südkorea ausreisen lassen. Mit einer Maschine der chinesischen Fluggesellschaft China Southern trafen sie am späten Abend zunächst in der philippinischen Hauptstadt Manila ein. Der philippinische Berater für nationale Sicherheit, Roilo Golez, sagte am Freitag, die 25 befänden sich jetzt für die Dauer von etwa drei Tagen aus Sicherheitsgründen an einem geheim gehaltenen Ort.

Beamte des Außenministeriums in Manila hatten zuvor erklärt, die Flüchtlinge würden umgehend das Land am Samstag mit dem ersten Flug in Richtung Seoul verlassen. Der philippinische Unterstaatssekretär im Außenministerium, Franklin Ebdalin, betonte, dass die Flüchtlinge sobald als möglich weiterreisen müssten, um die diplomatischen Beziehungen Manilas mit Nordkorea nicht zu belasten.

Überraschende Ausreise

Der überraschenden Ausreise war nach Angaben des chinesischen Ministerpräsidenten Zhu Rongji eine Einigung der Regierung mit der spanischen Botschaft vorausgegangen. In Kleinbussen fuhren die Flüchtlinge wenig später zum Flughafen. Sie hatten am Vortag mit Selbstmord gedroht, falls China sie an Nordkorea ausliefern sollte. Unter ihnen sind Mitglieder von sechs Familien im Alter von zehn bis 52 Jahren sowie zwei 16 Jahre alte Waisen.

In China gibt es schätzungsweise 150.000 Flüchtlinge aus dem isolierten kommunistischen Nordkorea. Peking schiebt die vor Hunger und Unterdrückung geflüchteten Menschen routinemäßig nach Nordkorea ab, wenn sie aufgegriffen werden. Bei ihrer Auslieferung drohen ihnen Folter, Haft oder Zwangsarbeit.

Unterdessen sind erneut 18 Nordkoreaner nach der Flucht aus ihrer Heimat und jahrelangem Aufenthalt in einem Drittland in Südkorea eingetroffen. Das teilte der südkoreanische Geheimdienst (NIS) am Freitag in Seoul mit. Wie in früheren Fällen wurden weder nähere Angaben zu den Umständen der Flucht, dem genauen Zeitpunkt ihrer Ankunft, noch zu dem Land gemacht, in dem sie sich versteckt hielten. (APA/dpa)

Share if you care.