Angolanische Regierung und UNITA einigen sich auf Waffenstillstand

16. März 2002, 13:40
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Nach 27 Jahren Bürgerkrieg neue Hoffnung auf Frieden

Luanda - Nach 27 Jahren Bürgerkrieg haben sich die angolanische Regierung und UNITA-Rebellen auf einen Waffenstillstand geeinigt. Vertreter der Armee und der Nationalen Union für die vollständige Unabhängigkeit Angolas (UNITA) hätten sich am Freitag in der zentralen Provinz Moxico darauf verständigt, die Feindseligkeiten im gesamten Land zu beenden, teilte die Regierung in Luanda mit. Wann und wo der Waffenstillstand unterzeichnet werden soll, wurde zunächst nicht bekannt. Beide Seiten hätten für Montag ein weiteres Treffen in der Provinzmetropole Lwena vereinbart, hieß es.

Nachdem die UNITA nach dem Tod von Rebellenchef Jonas Savimbi vor drei Wochen bereits ihre militärischen Aktivitäten eingestellt hatte, beendete die angolanische Armee am Donnerstag ihre Offensive. Luanda zeigte sich bereit, eine Amnestie für Kämpfer und führende Mitglieder der UNITA zu erlassen, wenn diese im Gegenzug ihre Waffen niederlegten. Im Rahmen eines nationalen Versöhnungsplanes soll der Rebellenorganisation künftig eine politische Rolle in dem südwestafrikanischen Land zukommen.

Gegenvorschlag

Die UNITA will kommende Woche einen Gegenvorschlag zu einem langfristigen Friedensplan der Regierung vorlegen. Auf der zentralen Route zwischen Luanda und Ndalatando im Osten Angolas, häufiges Angriffsziel der UNITA, wurde wieder der Verkehr aufgenommen.

Der 67-jährige Savimbi war am 22. Februar bei Kämpfen mit Regierungstruppen getötet worden. Sein Tod hatte Hoffnungen auf eine Beilegung des Konflikts genährt, bei dem seit der Unabhängigkeit Angolas von Portugal im Jahr 1975 mehr als eine halbe Million Menschen getötet und vier Millionen Menschen vertrieben wurden. Angola ist größer als Deutschland, Frankreich und Italien zusammen und reich an Erdöl und Diamanten. Die UNITA und die von der Marxistischen Volksbewegung für die Befreiung Angolas (MPLA) dominierte Regierung hatten bereits 1991 und 1994 Friedensverträge unterzeichnet. Diese waren aber nicht von langer Dauer. (APA)

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