US-Forscher: Serben-Truppen für 10.000 Tote im Kosovo verantwortlich

13. März 2002, 21:00
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Studie Kriegsverbrechertribunal vorgelegt

Den Haag - Serbische Truppen sind nach Ansicht eines US-Forschers für "systematische Exekutionen und Vertreibungen" der Kosovo-Albaner mit mehr als 10.000 Toten verantwortlich. Das geht aus einer Studie hervor, die der Forscher Patrick Ball am Mittwoch im UN-Kriegsverbrecherprozess gegen den jugoslawischen Ex-Präsidenten Slobodan Milosevic vorgelegt hat. Ball kann nach eigenen Angaben auch nachweisen, dass die Vertreibungen zwischen März und Juni 1999 weder auf die Bombardements der NATO noch auf Aktivitäten der albanischen UCK zurückzuführen waren, sondern auf die Kampagne serbischer Truppen.

Ball kommt von der US-Wissenschaftsgemeinschaft AAAS, die sich in ihren Forschungen auf Berichte des UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR, der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch sowie der OSZE und zweier US-Organisationen stützt. Milosevic zog in einem Kreuzverhör Balls die Untersuchungsmethoden der AAAS in Zweifel. Gleichzeitig kritisierte er, dass die Forscher nicht auch serbische Flüchtlingsströme untersuchten. (APA)

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