Rumsfeld weist Kritik an US-Atomplänen zurück

13. März 2002, 20:37
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Auch Powell erklärt Kritik für unbegründet

Washington - US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld hat Befürchtungen über neue amerikanische Atom-Einsatzpläne zurückgewiesen. Bei einer Pressekonferenz mit seinem russischen Kollegen Sergej Iwanow am Mittwoch sagte Rumsfeld, die USA und Russland seien keine Feinde mehr. Dies stehe auch in dem Bericht. In der Studie stehe auch nichts darüber, dass Atomwaffen auf irgendein Land gerichtet seien, sagte Rumsfeld. Er betonte zugleich, dass Russland bereits im Jänner über die Studie informiert worden sei.

In Washington war am Wochenende ein Geheimpapier geworden, indem betont wird, dass der Einsatz von Atomwaffen etwa im Nahost-Konflikt, auf der koreanischen Halbinsel oder bei einem Angriff Chinas auf Taiwan nötig werden könnte. Die Beziehungen zu Russland hätten sich zwar wesentlich gebessert, doch müsse das russische Arsenal an Atomwaffen als Bedrohung betrachtet werden, zitierten US-Zeitungen aus dem Bericht. Als mögliche Aggressoren würden der Iran, der Irak und Nordkorea genannt, außerdem Syrien, Libyen und China.

Auch US-Außenminister Colin Powell hat die Kritik an den neuen Einsatzplänen der USA für Atomwaffen zurückgewiesen. Befürchtungen, die USA würden künftig bei Konflikten rascher Atomwaffen einsetzen als bisher, seien unbegründet, sagte Powell am Dienstag (Ortszeit) vor einem Unterausschuss des Senats. Das Gegenteil sei der Fall. Die Überlegenheit der USA bei konventionellen Waffen sei so groß, dass ein nuklearer Konflikt weniger wahrscheinlich sei als noch vor Jahren. (APA/dpa)

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