Simbabwe drohen massive Sanktionen

14. März 2002, 16:12
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Nach der von Betrugsvorwürfen überschatteten Präsidentenwahl reißt die Kritik der internationalen Gemeinschaft nicht ab

Harare - Nach der von Manipulationsvorwürfen überschatteten Präsidentenwahl drohen der simbabwischen Regierung verschärfte internationale Sanktionen. Die Commonwealth-Staaten schlossen sich am Donnerstag der Kritik der EU und der USA an und erklärten, es bestünden große Zweifel am fairen und freien Ablauf der Abstimmung. Die Regierung in Harare hatte Amtsinhaber Robert Mugabe am Mittwoch zum Sieger der Wahl vom Wochenende erklärt.

Die Abstimmung sei so maßgeblich von Unregelmäßigkeiten und Gewalt begleitet worden, dass das Ergebnis vermutlich nicht den Willen der Wähler widerspiegele, erklärte eine Beobachtergruppe des Commonwealth. Die USA und Großbritannien hatten nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses härtere Sanktionen gegen Mugabe und seine Regierung angekündigt. Auch die EU will ihre im vergangenen Monat verhängten wirtschaftlichen und diplomatischen Strafmaßnahmen gegen Harare möglicherweise verschärfen.

US-Präsident George W. Bush erklärte bei einer Pressekonferenz in Washington: "Wir erkennen das Ergebnis der Wahl nicht an, weil wir es für gefälscht halten." UNO-Generalsekretär Kofi Annan äußerte sich ebenfalls besorgt über den Ausgang der Abstimmung und rief die Simbabwer zur Ruhe auf. Die meisten afrikanischen Beobachter, darunter die Organisation für Afrikanische Einheit (OAU), hingegen verteidigten den Wahlverlauf als transparent, glaubwürdig, frei und fair.

Dem bekannt gegebenen Ergebnis zufolge erzielte Mugabe rund 56 Prozent der Stimmen und sein Herausforderer Morgan Tsvangirai von der Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC) 42 Prozent. Die Wahl galt als wegweisender Test für die Demokratie in dem südafrikanischen Staat. Der 78-jährige Mugabe ist seit der Unabhängigkeit des Landes vor 22 Jahren an der Macht. Die Wahl war am Montagabend trotz scharfen Protests der MDC für beendet erklärt worden. Die Wahllokale schlossen nach drei Abstimmungstagen, obwohl tausende Simbabwer trotz stunden- oder gar tagelangen Wartens ihre Stimme noch nicht hatten abgeben können.(APA/AP)

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