Großeinsatz gegen die Schlepper

14. März 2002, 14:47
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150 österreichische und 550 deutsche Polizisten im Einsatz

Salzburg - Ein großer Schlag gegen das Schlepperunwesen gelang der Exekutive in Österreich und Deutschland am Mittwoch in einer abgestimmten Aktion. In Österreich wurden 13 Menschen verhaftet, darunter vier mutmaßliche Haupttäter, und 25 Hausdurchsuchungen durchgeführt.

In Deutschland gab es sechs Verhaftungen und 18 Hausdurchsuchungen. Die Täter seien für Tausende Schleppungen verantwortlich, sagte heute der Leiter der Sonderkommission Grenze, Burgenlands Sicherheitsdirektor Erhard Aminger, bei einem Pressegespräch in Salzburg.

Großaktionen seien erfolgreich

Die genaue Bedeutung des Aufgriffes könne man derzeit noch nicht bewerten, weil die sichergestellten Computer, Handys und Unterlagen erst ausgewertet werden müssen, betonte Josef Niemann, der Leiter der OK-Dienststelle des Polizeipräsidiums Oberbayern. Das gelte auch für Österreich, ergänzte Aminger. Eines könne man aber zum jetzigen Zeitpunkt schon sagen. Einzelaktionen seien verpufft. Nur abgestimmte Aktionen wie diese würden wirkliche Erfolge bringen. "Es ist jetzt ein Eck weggebrochen, sicher werden sich aber schnell wieder neue Strukturen bilden", betonte der Polizeivizepräsident für Oberbayern,Karl-Heinz Spörl.

Rund 150 Exekutivebeamte waren bei den Hausdurchsuchungen und Festnahmen in Österreich am Mittwoch im Einsatz. Zehn Verhaftungen gab es in Wien, zwei in Niederösterreich, und zwei in Österreich gesuchte Personen wurden in Bayern festgenommen. Auch der überwiegende Teil der 25 Hausdurchsuchungen wurde in Wien durchgeführt. Rund die Hälfte der verhafteten Menschen waren Afghanen, alle Asylwerber oder bereits anerkannte Flüchtlinge, so Aminger. (APA)

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