Sie trauen Ihren Ohren nicht?

13. März 2002, 20:00
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Zu Recht: Wahrnehmung von Tönen kann durch optische Reize leicht verfälscht werden

London - Auf den menschlichen Gehörsinn ist wenig Verlass. Einer Studie japanischer Forscher zufolge kann die Wahrnehmung von Tönen durch optische Reize leicht verfälscht werden. Die Untersuchung wurde in "Nature" präsentiert.

Norimichi Kitagawa und Shigeru Ichihara von der Metropolitan Universität in Tokio hatten Versuchspersonen wiederholt ein Quadrat gezeigt, dass sich auf einem Computerbildschirm entweder vor oder zurück bewegte. Spielten die Wissenschafter den Probanden anschließend einen gleich bleibend lauten Ton vor, gaben diese an, die Lautstärke des Tones ändere sich. So werde der Ton lauter, wenn sich zuvor das Quadrat von ihnen weg bewegt hatte und leiser, wenn es sich auf sie zu bewegt hatte.

Umgekehrt geht's nicht

In umgekehrter Weise ließen sich die Sinne hingegen nicht täuschen: Veränderten die Wissenschafter die Lautstärke des Tons, gaben die Probanden daraufhin nicht an, dass sich das Quadrat bewege. Nach Ansicht der Forscher liefern die Experimente einen weiteren Beweis dafür, dass das Gehirn optische Reize anderen Eindrücken wie dem Hören vorziehe.

Wie stark die Wahrnehmung von Geräuschen durch den Gesichtssinn beeinflusst wird, zeigt auch der bereits bekannte "Bauchredner-Effekt": Dabei gelingt es Versuchspersonen nicht, die Richtung anzugeben, aus der sie einen Ton hören, wenn gleichzeitig ein optischer Reiz, etwa ein scheinbar schnatternder Stoffvogel, präsentiert wird. Es erscheint ihnen stets so, als käme der Ton aus der selben Richtung wie der Vogel. Eine genaue Ortung der Ton-Quelle ist nur bei geschlossenen Augen möglich.(APA/dpa)

Vgl. "Nature" (Bd. 416, S. 172)
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