Die Xbox im STANDARD-Test

14. März 2002, 09:46
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Die neue Spielkonsole von Microsoft - ein feuchtfröhliches Vergnügen

Wien Jahrelang hat Microsoft den lukrativen Spielkonsolen-Markt kampflos Nintendo und Sony überlassen. Dafür drängt sich der Softwareriese aus Seattle mit seiner Xbox nun umso nachhaltiger ins Geschehen. Mit einem dollarmilliardenschweren Werbebudget wird nach den USA und Japan jetzt auch der europäische Markt aufgerollt. Seit heute, Donnerstag, ist die Xbox auch in Österreich im Handel.

Erfahrener Testspieler

DER STANDARD beauftragte ein Trio erfahrener Testspieler (Judith, 9, Barbara, 15, Matthias, 16), sich durch ein halbes Dutzend Spiele durchzuarbeiten. Die Bilanz: fällt durchwachsen aus. Mit Fusion Frenzy sollte man seine Erkundung der Xbox tunlichst nicht beginnen. Es handelt sich um eine Zusammenstellung von anspruchslosen Miniaturspielchen, bei der sich – nicht zuletzt aufgrund einer eher verwirrenden Grafik – alsbald Öde breitmacht.

Eher enttäuschend ist auch die Rennsimulation Project Gotham Racing, wo man in verschiedenen Gefährten durch Metropolen wie New York, Tokio oder London düst. Die Anforderungen an den Fahrer sind groß, der Spielspaß aber hält sich Grenzen.

Eindreschen bis zum Umfallen

Wer sich für Prügelspiele erwärmen kann (unser Testerteam – und dessen Eltern – favorisieren andere Gattungen) wird mit Dead and Alive 3 gut bedient sein. Schlichtes Spielprinzip: aufeinander Eindreschen bis zum Umfallen, dafür ist das Spiel aber grafisch sehr schön gestaltet.

Keines dieser erstgenannten Spiele wurde als Highlight empfunden, andere hingegen mauserten sich sofort zu echten Rennern im Wohnzimmer. Die Mädchen begeistern sich vor allem für das liebevoll gestaltete Snowboard-Spiel Amped mit seinen stimmungsvollen und detailfreudig gestalteten Talfahrten, die allerdings nicht ganz leicht auszusteuern sind.

Urcool

Auch bei Halo, einem First-Person-Shooter, erschien die Steuerung zunächst "gewöhnungsbedüftig" (Matthias), mit seinen spannenden Scharmützeln in labyrinthischem Gelände verdiente es sich aber das Attribut urcool. Besonders spaßig wird Halo, wenn man es zu zweit spielt. Ein weiteres Ballerspiel, das sich ebenfalls sofort großer Beliebtheit erfreute, ist Blood Wake. Hier lautet der Auftrag, einigen schlimmen Piraten mit einem Kanonenboot den Garaus zu machen: ein spektakuläres und feuchtfröhliches Vergnügen. (win/DER STANDARD, Printausgabe)

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