"Schlechteste Preise für Windenergie in ganz Europa"

13. März 2002, 18:56
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Umweltschützer kritisieren Wien, Niederösterreich und Burgenland

Wien - Die heimische Windenergielobby kritisiert die Landeshauptleute der östlichen Bundesländer Wien, Niederösterreich und Burgenland: Man wolle "für Strom aus Windenergie die schlechtesten Preise in ganz Europa verordnen", so Greenpeace, Global 2000, OÖ-Plattform gegen Atomgefahren, IG Windkraft, Arge Erneuerbare Energien Wien-NÖ, Eurosolar und der Kleinwasserkraftverband am Mittwoch.

Bis Ende März müssen die Landeshauptleute neue Mindestpreise für Strom aus Ökoanlagen - so genannte "Einspeisetarife" - verordnen, derzeit gibt es Entwürfe. Die Verbände argumentieren, man vergebe eine Chance, "Atomstrom" zu verdrängen.

Niederösterreich an vorletzter Stelle

Niederösterreich liege mit geplanten sieben Cent pro Kilowattstunde an vorletzter Stelle in Europa, nur Spanien zahle mit 6,6 Cent weniger. "Dort gibt es aber wesentlich mehr Windkraftwerke", bemerkt dazu Stefan Hantsch von der IG Windkraft. Das Burgenland will 7,3 Cent zahlen. In EU-Ländern mit Mindestpreisen liegen die Tarife zwischen 8,36 und 9,1 Cent. Tschechien gebe 9,01 Cent. Höher sind die Preise auch im österreichischen Süden und Westen.

Wien hat die Verordnung derzeit auf Eis gelegt und wartet auf eine einheitliche Regelung durch den Bund. "Die steht aber in den Sternen", so Hantsch. Norbert Kettner, Sprecher des Wiener Wirtschaftsstadtrates Sepp Rieder, kontert: "Wir sind für alternative Energien. Aber die Windenergie ist derzeit zu wenig industrialisiert. Die besten Chancen, Atomstrom zu verdrängen, haben unserer Meinung nach Kraft-Wärme-Kopplung und Wasserkraft."

Burgenlands Wirtschaftslandesrat Karl Kaplan sagt zum STANDARD: "Unser Tarif ergibt sich aus den durchschnittlichen Produktionskosten für Windenergie. Darüber hinaus sind die Windverhältnisse im Burgenland viel besser als im Westen. Es liegen über hundert Projekte auf dem Tisch, so schlecht können die Tarife also nicht sein."(Leo Szemeliker, Der Standard, Printausgabe, 14.03.2002)

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