VA Tech Konzern baut Kerngeschäft zügig aus

14. März 2002, 10:46
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Umsatz und Jahresüberschuss höher, Dividende niedriger

Wien - Der VA-Tech-Konzern hat seine Neustrukturierung mit dem Verkauf von MCE Voest sowie Transport- und Montagesysteme Ende vorigen Jahres im Wesentlichen abgeschlossen, stellte Vorstandschef Erich Becker am Mittwoch in einer Pressekonferenz fest. In den letzten drei Jahren seien Randbereiche, wie konventionelle Thermische Energieerzeugung, Umwelttechnik oder mechanische Anlagetechnik im Ausmaß von 30 Prozent des Geschäftsvolumens oder einer Mrd. Euro abgegeben worden.

Parallel dazu sei das Kerngeschäft zügig ausgebaut worden, wobei es in den Bereichen hydraulische Energieerzeugung, Energieübertragung und -verteilung sowie Wassertechnik Zuwachsraten von über 100 Prozent gegeben habe. Insgesamt sei der Umsatz im Kerngeschäft in diesem Zeitraum um 84 Prozent oder zwei Mrd. Euro angestiegen.

Im Vorjahr blieb der Umsatz mit knapp vier Mrd. Euro nahezu unverändert. Der Auftragsstand stieg um 16 Prozent auf den neuen Rekordwert von 4,3 Mrd. Euro.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) sank wegen höherer Abschreibungen um elf Prozent auf 83 Mio. Euro. Der Jahresüberschuss war mit 32 Mio. Euro um zwei Mio. Euro höher als im Jahr davor. Die Dividende wird von 1,2 Euro je Aktie auf 0,5 Euro zurückgenommen.

Sorgenkind ist nach wie vor der Bereich Metallurgietechnik, der 2001 einen operativen Verlust von 111 Mio. Euro (nach 36 Mio. Euro im Jahr zuvor) einfuhr. Becker kündigte eine Redimensionierung dieser Sparte an, die Mitte dieses Jahres abgeschlossen sein und den Verlust deutlich reduzieren soll.

Zum ökologisch umstrittenen Ilisu-Staudammprojekt in der Türkei, das die VA Tech mit der Übernahme des Turbinenbaus von Sulzer-Escher-Wyss (Schweiz) "geerbt" hatte, sagte Becker, dass dies bisher noch zu keinem Auftrag geführt habe. Das von Umweltorganisationen wie Global 2000 oder WWF bekämpfte Projekt werde sich ohnehin kaum realisieren lassen und dürfte an der Finanzierung scheitern.

Verhandlungen über einen Einstieg des Austroamerikaners Gerhard Andlinger bei der VA Tech würden seit November vorigen Jahres nicht mehr geführt, sagte Becker. Ob die VA-Tech-Aktionärin ÖIAG mit Andlinger verhandle, wisse er nicht. (gb, Der Standard, Printausgabe, 14.03.02)

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