Steuerzuckerln

13. März 2002, 18:29
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Der Finanzminister hat, um das staatliche Pensionssystem zu entlasten, die "Abfertigung neu" mit einem Steuerzuckerl ausgestattet. Der angesparte Abfertigungsbetrag kann ganz ausbezahlt werden und wird dann mit sechs Prozent besteuert. Oder er kann in eine Rentenversicherung bei einer heimischen Anstalt eingebracht werden. Wer das tut, erspart sich nicht nur die sechs Prozent Abfertigungssteuer, sondern auch die sonst anfallende vierprozentige Versicherungssteuer sowie die Kapitalertragssteuer. Die "Abfertigungspension" ist somit das erste gänzlich von der Steuer befreite Vorsorgeprodukt, das bis zu 20 Prozent höhere Erträge bringen soll als die normal versteuerten Rentenversicherungen.

Die Freizügigkeit des Finanzministers hat aber auch ihre Grenzen: Steuerfrei sind nur die gesetzlich vorgeschriebenen Beträge. Abfertigungen, die darüber hinausgehen, sind voll zu versteuern.

Um die auf Rekordniveau befindliche Steuerquote in Österreich nicht noch weiter anzuheben, wird der Abfertigungssatz von 1,53 Prozent nicht per Gesetz, sondern per Generalkollektivvertrag festgelegt - und schon gilt die Abfertigung nicht als Abgabe. (mimo; Der Standard,Printausgabe, 14.03.2002)

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