Mehrheit will verschiedenes Pensionsalter

13. März 2002, 19:06
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Wien - Herbert Paierl vertritt eine Minderheitenposition: "Überhaupt kein Problem" sei die Angleichung des Pensionsalters von Frauen an jenes der Männer, sagte der steirische VP-Landesrat am Mittwoch als einziger Politiker. Folgt man Umfragen, dann hat er nur jeden vierten Österreicher (28 Prozent der Männer, 23 der Frauen) hinter sich.

Im Vorjahr hat DER STANDARD in mehreren Wellen die Österreicher zu Pensionsthemen befragen lassen. Auf die Frage "Derzeit können Frauen früher in Pension gehen als Männer. Halten Sie das für gerechtfertigt, oder ist das eher nicht gerechtfertigt?" sagten 69 Prozent, dass das unterschiedlich verankerte Pensionsalter gerechtfertigt wäre.

Diese market-Umfrage vom letzten Mai zeigt allerdings auch eine beachtliche Unkenntnis der Österreicher, was das gesetzliche Pensionsalter betrifft: Nur 45 Prozent gaben das vorgesehene Pensionsalter für Männer korrekt mit 65 Jahren an - 47 Prozent nannten ein niedrigeres Alter.

43 Prozent tippten richtig, dass das gesetzliche Pensionsantrittsalter für Frauen bei 60 Jahren liegt. Sieben Prozent schätzten es (teilweise erheblich) höher ein, jeder vierte Befragte glaubte, dass es bei 55 Jahren oder darunter liege.

Dass die Österreicher generell eher zu früh in Pension gehen, meinten bei der letzten Umfragewelle im November nur 30 Prozent der Österreicher (kurz nach Bundeskanzler Wolfgang Schüssels "Erinnerung" an das vorgesehene Alter von 65 Jahren waren es immerhin 39 Prozent). 47 Prozent der Österreicher glauben, dass das Pensionsalter gerade richtig wäre. (cs)

(DER STANDARD, Printausgabe, 14.3.2002)
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