SADC: Wahlen in Simbabwe im Wesentlichen frei und fair

13. März 2002, 17:41
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Entwicklungsgemeinschaft Südliches Afrika: "Wahrer Wille des Volkes zum Ausdruck gekommen"

Wien - Die von der Entwicklungsgemeinschaft Südliches Afrika (SADC) entsandten Beobachter der Präsidentenwahlen in Simbabwe haben den umstrittenen Urnengang als "im Wesentlichen frei und fair" bezeichnet. Bei den Wahlen, die Amtsinhaber Robert Mugabe laut offiziellen Angaben mit mehr als 55 Prozent der Stimmen gewonnen hat, sei "der wahre Wille des Volkes von Simbabwe" zum Ausdruck gekommen, heißt es in einer am Mittwoch veröffentlichten Erklärung des SADC-Beobachterteams, das die Wiener Botschaft Simbabwes übermittelte.

Dem Beobachterteam gehörten Minister aus Botswana und Südafrika an. Angola und Namibia waren durch stellvertretende Minister, Malawi und Mosambik durch einen Hochkommissar vertreten. Die SADC-Repräsentanten besuchten eigenen Angaben zufolge verschieden Abstimmungslokale in der Hauptstadt Harare und deren Umgebung sowie in den Provinzen.

"Ungeachtet der Berichte über Gewalt im Vorfeld der Wahlen und einige logistische Unzulänglichkeiten während der Abstimmung ist die SADC-Ministerial-Task-Force der wohlüberlegten Ansicht, dass die Wahlen im Wesentlichen frei und fair waren und dass darin der wahre Wille des Volkes von Simbabwe zum Ausdruck gekommen ist", heißt es in der Erklärung. Die Beobachtergruppe appellierte in diesem Zusammenhang an das Volk von Simbabwe, das Ergebnis der Wahlen zu akzeptieren und für die Entwicklung des Landes zusammenzuarbeiten.

Der unterlegene Herausforderer Morgan Tsvangirai hatte laut Nachrichtenagentur AP nach der Verkündung von Mugabes Sieg erklärt: "Das ist der größte Wahlbetrug, den ich je erlebt habe." Der Westen hatte mit teils unverhohlener Kritik auf den bekannt gegebenen Wahlausgang reagiert. Österreich wartet noch eine geplante Stellungnahme der EU ab.

Unabhängige Beobachter bezweifeln die Gültigkeit der Wahl. Die 25 norwegischen Wahlbeobachter - nach dem Streit der simbabwischen Regierung mit der EU die einzigen aus Europa - beklagten in ihrer Stellungnahme am Dienstag, der staatlichen Wahlkommission fehle "überzeugende Unabhängigkeit und Integrität". Weiter hätten die Sicherheitskräfte die Opposition sowohl in ihren politischen Aktivitäten als auch bei der Beobachtung der Wahl behindert. (APA)

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