ARD: Lieber Kirch als Murdoch oder Malone

13. März 2002, 17:36
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Banken sollen auf Verkauf oder Einstellung von Premiere dringen

Der ARD-Vorsitzende Fritz Pleitgen hat Kirch den Rücken gestärkt. Der Münchner Medienunternehmer sei ein wichtiger Partner im Dualen System. "Bei Kirch weiß man, woran man ist - im Gegensatz zu Murdoch oder Malone", sagte Pleitgen am Mittwoch nach der ARD-Hauptversammlung in München. Er hoffe, dass Kirch seine Schwierigkeiten rasch überwinde. Die Übertragung der Weltmeisterschaft 2002 sei gesichert, weil Kirch dem Fußballverband Fifa das Geld bereits gezahlt habe.

Keine rasche Lösung

Nach dem Krisengipfel Kirchs mit den Gläubigerbanken am Montag wird in Bankenkreisen keine rasche Lösung erwartet. Weitere Treffen seien notwendig. Laut "Süddeutscher Zeitung" will die Finanzbranche einen Konkurs des Medienkonzerns unbedingt verhindern. Um das Kerngeschäft mit ProSieben und dem Film- und Sportrechtehandel zu erhalten, müsse der Rest weitgehend abgestoßen oder eingestellt werden. Das gelte auch für den Abosender Premiere, der täglich zwei Millionen Euro Verlust mache. Wenn nicht rasch ein Investor gefunden werde, müsse Premiere aufhören.

Lokalfernseh-Sendern droht Aus

Kirchs drei Lokalfernseh-Sendern in Berlin, Hamburg und München droht laut "Süddeutscher Zeitung" ebenfalls das rasche Aus. Sie machten zusammen rund 30 Millionen Euro Verlust im Jahr und hätten jetzt noch zwei Monate Zeit, einen Investor zu suchen. Das Business-Fernsehen, das für Unternehmen firmeninterne Sendungen produziere, werde Ende April geschlossen.(APA)

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