Weniger Pixel, mehr Knipser

13. März 2002, 17:16
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Bei sinkenden Preisen greifen mehr Konsumenten zu Digi-Kameras

Digitale Fotografie hat eine steile Karriere gemacht, dem Aufstieg von Handys und Internet vor einigen Jahren vergleichbar. Die Bilder hochauflösender Chips können sich heute für fast alle Verwendungen mit dem Film messen - und wie bei anderen Technologien sank der Preis trotz besserer Leistung. Jetzt steht der digitale Fotomarkt vor einem neuen Schritt: Pixel für die Massen.

Das vergangene Jahr, konstatiert Olympus-Österreich-Geschäftsführer Anton Ofner, war der Beginn eines breiten Konsumentenmarktes für die digitalen Fotoapparate: Waren es bisher vor allem Profis, berufliche Anwender (z. B. Makler und Versicherungen), intensive PC-Nutzer und ambitionierte Hobbyfotografen, die zu den wesentlich teureren Kameras griffen, sind es nunmehr die Alltagsknipser, die Spaß an der neuen Technik finden. Während bis zur Einführung von Chips mit drei Millionen Pixels (Lichtpunkten) jeweils der Hersteller die Nase vorn hatte, der die ersten solcher Geräte auf den Markt brachte, scheint diese Magie gebrochen. Vier-Megapixel-Chips hätten sich nicht mehr so rasch verbreitet wie drei Megapixel zuvor. Der Grund: Der Durchschnittsknipser, der seine Bilder im Format 10 x 15 ausarbeiten lässt, kommt mit zwei Megapixel-Kameras aus, zahlt dafür aber weniger.

Neue, einfach zu bedienende Kameras

Dieses Marktsegment adressieren die Hersteller mit neuen, einfach zu bedienenden Kameras, die vom Preispunkt her wesentlich unter vergleichbaren Modellen liegen: Die Camedia C-120 und die etwas besser ausgestattete C-220, die mit Preisen um 249 und 329 Euroin die Preisklasse analoger Schnappschussapparate hineinreichen.

Aber trotz des Fokus auf Produkte für den Massenmarkt ist die Entwicklung nach oben noch lange nicht am Ende. Die höheren Auf_lösungen werden auch die Consumerprodukte mitziehen, sodass in einem Jahr dieses Segment wahrscheinlich nicht mit zwei, sondern drei Millionen Pixel definiert wird.

Zahl der weltweit verkauften Kameras steigt an

Seit 1997 stieg die Zahl der weltweit verkauften Kameras fast um das Sechsfache, von 2,5 auf 18 Millionen Stück; im vergangenen Jahr lag der der Zuwachs bei 60 Prozent.

Österreich ist ein Land der fleißigen Digitalknipser, sagt Heino Hilbig, Chef des Europamarketings des Marktführers Olympus: Mit 130.000 Digi-Cams liegt Österreich bei der Pro-Kopf-Verbreitung im europäischen Spitzenfeld, ähnlich wie bei Handy und Internet. Nach Wert hat digitale Fotografie analoge Kameras abgelöst: Die Digi-Kameras bringen den drei- bis vierfachen Umsatz. Nach Stückzahlen nimmt die Branche an, dass etwa 2004 digitale Geräte mit neu verkauften analogen gleichziehen.(Standard-Redakteur Helmut Spudich aus Hannover, Der Standard, Printausgabe, 14.03.2002)

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