Tunnelkommission urgiert Gesetz zur Section Control

13. März 2002, 16:51
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Kritikpunkt: Das Fehlen der gesetzlichen Grundlage

Wien - Eine erfreuliche Bilanz hat die Tunnelkommission bei ihrem sechsten Zusammentreffen gezogen. Die Maßnahmen zur Hebung der Sicherheit in den Röhren zeige bereits deutliche Wirkung, erklärte der Vorsitzende Hermann Knoflacher.

ÖAMTC-Experte Willy Matzke präzisierte: "Wir sind die Nummer Eins in Europa." Allerdings hagelte es auch Kritik: Bereits zum zweiten Mal forderte die Kommission die Schaffung der gesetzlichen Grundlagen für die Section Control.

Fehlen der gesetzlichen Grundlagen

Zentraler Kritikpunkt der Kommission war das Fehlen der gesetzlichen Grundlagen für die Einführung der Section Control, die zur Geschwindigkeitsmessung in Tunnelanlagen zwischen Ein- und Ausfahrt eingesetzt werden kann. Laut Knoflacher liege das Problem derzeit darin, dass es bei Strafen in den mehrere Kilometer langen Röhren keine exakte Ortsbestimmung gebe. Angekündigt war die Änderung schon für November. Knoflacher: "Es gibt keine Entschuldigung, wenn das Gesetz noch nicht durch ist."

Expertenrunde war die europaweite Information der Kraftfahrer

Ein weiterer Punkt der Expertenrunde war die europaweite Information der Kraftfahrer über das Verhalten in Tunnel. Zusammen mit dem Sonderbeauftragten der EU für Tunnelsicherheit soll noch vor dem Sommerreiseverkehr Material zusammen gestellt werden, hieß es. Via Internet und die Magazine der Autoklubs könnten so schlagartig rund 200 Millionen Autofahrer erreicht werden.

Heller Wandanstrich sinnvoll

Der Untersuchungsbericht über die umgebauten Tunnelanlagen brachte eine Vielzahl von neuen Erkenntnissen, hieß es. So sei die Fahrtgeschwindigkeit in Röhren, die einen hellen Wandanstrich haben, deutlich gesunken, weil die Bedrohung fehle. Grundsätzlich steige im Verlauf der Fahrt durch Tunnels aber die Geschwindigkeit, und die Abstände nehmen ab.

Leuchtdioden

Laut Knoflacher sollen die Leuchtdioden, die zum Teil schon an den Randsteinen angebracht sind, als Bezugspunkte für den korrekten Abstand verwendet werden können. Alle 25 Meter sind sie montiert, Lkw-Lenker könnten den für die Zukunft geforderten Sicherheitsabstand von 150 Metern leicht selbst kontrollieren.

Tunnelbewertung

Nachdem die EU die strenge Österreichische Gefahrgutverordnung "gekippt" hat, werden die Tunnel nun einzeln nach ihrem Risiko bewertet und individuelle Regelungen verfügt, kündigte Knoflacher an. Davon betroffen ist u.a. der Herzogbergtunnel auf der Südautobahn (A2).

Bis zum Sommer sollen die Modernisierungsarbeiten im Pfändertunnel auf der Rheintalautobahn (A14) abgeschlossen sein. Der Gleinalmtunnel auf der Pyhrnautobahn (A9) wird in der Zeit von 2. April bis 7. Mai umgebaut. Bis zum Jahresende werden noch die Arbeiten im Roppener Tunnel auf der Inntalautobahn (A12) und im Felbertauerntunnel (B108) andauern.

Entscheidend bei diesen Umbauten sei die in Österreich übliche Verkehrssperre während der Arbeiten, so Matzke. Ein sechs Kilometer langer Tunnel könne in einem Monat umgebaut werden. (APA)

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