Schon mal gefragt, wie die Fluor-Tablette wirkt?

13. März 2002, 15:29
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Fraunhofer-Forscher haben den Zahnschutzmechanismus nun entschlüsselt

Wien - Wenn der Zahn Halsweh hat, wenn es beim Trinken von kalten oder heißen Flüssigkeiten schmerzt, helfen fluoridhaltige Zahnpasten und Spüllösungen, das ist lange bekannt. Mit Hilfe des Elektronenmikroskops haben Forscher des Fraunhofer-Instituts für Werkstoffmechanik (IWM) in Halle (Deutschland) herausgefunden, wie Fluorid den Zahn schützt.

Dass Zahnhälse überhaupt schmerzen, dafür sorgen feine Kanälchen, die das Zahnbein durchziehen. Liegt der Zahnhals frei, so gelangen über diese so genannten Tubuli mechanische (Kälte oder Wärme) sowie chemische (Zucker) Reize von der Mundhöhle bis zum Nerv des Zahnes.

Die IWM-Wissenschafter behandelten gezogene Weisheitszähne mit verschiedenen fluoridhaltigen Präparaten, untersuchten sie anschließend mit dem Elektronenmikroskop und verglichen sie mit unbehandelten Zähnen. Bei hoher Vergrößerung zeigte sich, dass sich schon bei relativ geringen Fluorid-Konzentrationen und kurzen Kontaktzeiten winzige Partikel aus schwerlöslichem Kalziumfluorid bilden. Diese legen sich dann wie ein Schutzmantel um die Zahnhälse und verschließen die Tubuli, die Reize werden nicht mehr oder nur in geringerem Maße an den Nerv weitergeleitet. Die schützenden Partikel bilden sich aus dem zugegebenen Fluorid und mineralischen Bestandteilen des Zahnbeins. (APA)

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