London: Irak könnte in fünf Jahren Atomwaffen bauen

13. März 2002, 14:21
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"Guardian": Konferenz irakischer Oppositioneller in Bonn geplant

London - Nach Einschätzung des britischen Außenministers Jack Straw ist der Irak in fünf Jahren in der Lage, Atomwaffen herzustellen. Wie die britische Tageszeitung "The Times" am Mittwoch berichtete, äußerte sich Straw entsprechend in einem Papier zur Vorbereitung eines vertraulichen Gespräches mit Abgeordneten der regierenden Labour-Partei. "Wenn das irakische Programm zur Waffenentwicklung nicht kontrolliert wird, könnte das Land schnell offensive biologische und chemische Waffen entwickeln und in fünf Jahren zum Bau atomarer Waffen in der Lage sein", zitierte die "Times".

Das Außenministerium bestätigte die Informationen der "Times" zunächst nicht. Straw hatte vor dem vertraulichen Gespräch am Dienstag den Irak aufgerufen, die UNO-Inspektoren zur Überwachung der Entwaffnung ins Land zu lassen "und sie ihre Arbeit ohne Behinderungen ausführen zu lassen". Die USA und Großbritannien hatten in den vergangenen Wochen mehrfach gewarnt, eine militärische Offensive gegen den Irak sei nicht auszuschließen.

Die USA haben unterdessen nach einem Bericht des "Guardian" (London) Geheimkontakte mit irakischen Oppositionellen mit dem Ziel aufgenommen, "Einigkeit über einen Nachfolger" des jetzigen Staatspräsidenten Saddam Hussein zu erzielen. Nach Angaben der Zeitung vom Mittwoch ist zu diesem Zweck eine Konferenz von Oppositionsgruppen geplant, die voraussichtlich im Mai in Bonn stattfinden solle. Der Ort sei in Anlehnung an die erfolgreiche Afghanistan-Konferenz gewählt worden, berichtete die Zeitung.

Die vier großen in London ansässigen irakischen Oppositionsgruppen hätten sich in den vergangenen Monaten darauf konzentriert, Kontakte mit kleineren Organisationen aufzunehmen. Ziel sei, für eine Konferenz die Teilnahme von etwa 15 verschiedenen Gruppen zu garantieren. "Nach außen hin soll auf der Konferenz über die Zukunft nach Saddam Hussein geredet werden, aber viele erwarten, dass dabei eine alternative Führungsfigur herauskommt", schrieb der "Guardian."(APA/dpa)

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