Verwirrung wegen Preissteigungen bei Wiener Linien

13. März 2002, 15:26
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Jahreskarte soll 400 Euro kosten

Wien - Über das Ausmaß der kommenden Tariferhöhungen bei den öffentlichen Verkehrsmitteln in Wien herrscht weiter Unklarheit. Sowohl die Wiener Linien als auch das Büro von Finanzstadtrat Sepp Rieder (S) bestritten die Richtigkeit der in der "Presse" (Mittwoch-Ausgabe) angeführten Zahlen von 400 Euro für die Jahreskarte, 44 Euro für die Monats- und zwölf Euro für die Wochenkarte.

Tarife sollen um nicht mehr als zehn Prozent steigen

Die Wünsche der Wiener Linien lägen "ein bisschen darüber", so deren Sprecher Johann Ehrengruber. Zu den exakten Forderungen der Wiener Linien wollte sich Ehrengruber nicht äußern. Derzeit gebe es Verhandlungen mit der Stadt: "Im Laufe der nächsten Woche werden wir alle mehr wissen".

Rieder-Sprecher Norbert Kettner bezeichnete die Wünsche der Wiener Linien als "nachvollziehbar", es stehe aber noch nichts fest. Insgesamt würden die Tarife um nicht mehr als zehn Prozent steigen.

Preis für Einzelfahrschein ist fix- 1.50 Euro

Fix sei dagegen die Erhöhung des Preises für den Einzelfahrschein um 20 Euro-Cent auf 1,50 Euro, hieß es von beiden Seiten. Die Erhöhung soll nach den Vorstellungen der Wiener Linien mit 1. Juni 2002 in Kraft treten. Die derzeitigen Tarife sind seit 1999 gültig. Mit der Euro-Umstellung wurden die Preise zu Jahresbeginn 2002 abgerundet. Die Jahreskarte kostet seither bei jährlicher Zahlung 377,90 Euro, die Monatskarte liegt bei 40,70 und die Wochenkarte bei 11,20 Euro.

Grüne für Tarifsenkung

Krtik übte Kettner an der vom grünen Klubchef Christoph Chorherr geforderten Tarifsenkung. Auch mit einer Erhöhung gehörten die Wiener "Öffi"-Tarife zu den niedrigsten in Europa. Die Grünen würden bei ihren Forderungen "nicht nachvollziehbare Wirtschaftsesoterik" betreiben. Außerdem: "Warum passiert das nicht in den grün mitregierten Städten in Deutschland?"

KPÖ-Aktionismus gegen Tarif- und Gebührenerhöhungen

Anläßlich der bevorstehenden Anhebung der Preise bei den Wiener Linien, der Gebühren für Wasser, Abwasser und Müll sowie der Verteuerung der städtischen Bäder kündigte die KPÖ aktionistische Kundgebungen gegen die Verteuerungen an. (APA)

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