Air Alps will Salzburg zum Euregio-Flughafen machen

14. März 2002, 09:30
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Bevilacqua ist neuer Alleingeschäftsführer

Salzburg - Die Fluglinie Air Alps will ihre Präsenz am Flughafen Salzburg verstärken. Die Mozartstadt habe durch ein gutes Verhältnis von Incoming und Outgoing gute Chancen, eine noch stärkere Bedeutung als Euregio-Flughafen zu erhalten, sagte der Geschäftsführer von Air Alps, Aldo Bevilacqua, am Mittwoch bei einem Pressegespräch in Salzburg. Anlass war die Präsentation des Sommerflugplans. Ab Salzburg gibt es als "Hausstrecke" drei Mal täglich eine Anbindung an Amsterdam. Unsicher ist die geplante Tagesrandverbindung Salzburg - Wien.

Nachdem die AUA in der vergangenen Woche ebenfalls einen fast zeitgleichen Flug nach Wien angekündigt habe, habe sich eine neue Situation ergeben, sagte Bevilacqua. "Der Markt hat sich geändert, wir müssen reagieren." Angedacht werden dabei mehrere Varianten: Man könne anders fliegen, die Destination Salzburg - Stuttgart mit einem Zwischenstopp in Wien vermarkten oder die Verbindung nach Wien günstig anbieten, erläuterte der Air Alps-Manager. Wie es weiter gehe, werde man rasch entscheiden.

Viele Pläne

In Salzburg hat das Unternehmen, das im vergangenen Jahr mit 133.000 beförderten Passagieren rund 22,5 Mill. Euro umsetzte, viele Plänen. Ganz oben auf der Wunschliste steht eine Verbindung in den Süden. Dabei wird an Rom gedacht. Eine Verbindung Salzburg - Siena sei nicht zustandegekommen. Diese sei gescheitert, weil München, von wo aus man Siena anbiete, nach Ansicht des italienischen Partners zu nahe an der Mozartstadt läge. Ob man einen Flug nach Rom aufnehme, hänge auch von den verfügbaren Flugzeugen ab. Derzeit verfüge Air Alps über fünf Flugzeuge, ein Ausbau der Flotte sei geplant, kündigte Bevilacqua an. Bei der Pressekonferenz präsentierte Roland Hermann vom Salzburg Airport eine "Wunschliste" an Destinationen, über die man mit Air Alps spreche. Darunter finden sich Paris, Rom, Venedig, Warschau und Prag.

Das junge Unternehmen, das zu 86 Prozent 27 Investoren aus Südtirol und zu je sieben Prozent Tirol und Südtirol gehört, werde 2003 in die Gewinnzone kommen. Noch seien die Flugzeuge rund 250 bis 270 Stunden pro Monat im Einsatz. Mit dem Beginn des Sommerflugplans werde sich diese Kennzahl auf 320 Stunden erhöhen, ist Belivacqua zufrieden. Für heuer ist ein Umsatz von 32 Mill. Euro geplant. Die Zahl der beförderten Passagiere soll sich auf 200.000 Personen erhöhen.

Neuer Alleingeschäftsführer

Der seit der Gründung des Innsbrucker Luftfahrtunternehmens Air Alps an der Spitze stehende Geschäftsführer Helmut Wurm scheidet Ende März aus dieser Funktion aus. Von den Eigentümern wurde der bisherige zweite Geschäftsführer, Aldo Bevilacqua, zum alleinigen Geschäftsführer bestellt, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit.

Der "persönlich motivierte Schritt" Wurms erfolge im Einvernehmen mit den Eigentümern, hieß es. Nach drei Jahren intensiver Aufbauarbeit, der Suche nach neuen Eigentümern und der Bewältigung negativer Auswirkungen durch die Luftfahrtkrise (11. September, Swiss Air Konkurs, etc.) suche Wurm nach einer neuen beruflichen Herausforderung. "Für diese emotional schwierige Entscheidung ist nun der beste Zeitpunkt. Air Alps ist den Kinderschuhen entwachsen und sieht einer positiven Zukunft entgegen", erklärte der Tiroler. (APA)

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