Krach in der Textilindustrie

13. März 2002, 13:19
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Geforderter Reallohnverzicht ist "unverhältnismäßig"

Wien - Angespannte Stimmung herrscht derzeit in der heimischen Textilindustrie: Die Lohn- und Gehaltsverhandlungen für die rund 17.000 betroffenen Beschäftigten wurden am Dienstag nach fünfstündigen Verhandlungen ergebnislos abgebrochen. Weiterverhandelt wird am 21. März. Bis dahin sollen in allen Unternehmen Betriebsversammlungen abgehalten werden, teilte die Gewerkschaft mit.

Die verhandelnden Gewerkschaften, Gewerkschaft Metall - Textil und Gewerkschaft der Privatangestellten, lehnten das zuletzt von den Arbeitgebervertretern nach fünfstündigen Verhandlungen über das Rahmenrecht vorgelegte Angebot über KV- und Ist-Lohnerhöhungen als unzureichend ab.

Angespannte wirtschaftliche Lage

Die Gewerkschaften bestritten bei den Verhandlungen nicht die angespannte wirtschaftliche Lage der Branche. Die Situation sei aber bei weitem nicht so dramatisch, wie das die Arbeitgebervertreter dargestellt hätten. Der von den Unternehmern geforderte Reallohnverzicht sei daher aus Sicht der Gewerkschaften unverhältnismäßig.

Im Vorjahr einigten sich die Sozialpartner für die Beschäftigten der heimischen Textilindustrie auf eine Erhöhung der Mindestlöhne und -gehälter um 2,7 Prozent per 1. April. Die Ist-Löhne und Ist-Gehälter stiegen um 2,4 Prozent.

Auch eine schwache Konjunkturlage rechtfertige nicht einen derartigen Kaufkraftverlust angesichts der Vorjahresinflation von 2,7 Prozent. Verhandlungsziel bleibe weiterhin die Abgeltung der Inflation.(APA)

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