Deutscher Physik-Preis für Forscher der Montanuni

13. März 2002, 13:16
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Graz - Seine Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Halbleitertechnologie haben Christian Teichert von der Leobener Montanuniversität den Gaede-Preis der Deutschen Vakuum-Gesellschaft eingebracht. Der aus Halle/Saale stammende Wissenschafter beschäftigt sich seit rund zehn Jahren mit dem Selbstorganisations-Phänomen in der Halbleiter-Technologie. Am Mittwoch bekam er die Auszeichnung im Rahmen der Regensburger Tagung des Arbeitskreises Festkörperphysik der Deutschen Physikalischen Gesellschaft verliehen.

Der Schwerpunkt der Forschungsarbeiten des Professors am Leobener Physikinstitut liegt in der Erforschung spontaner Musterbildungen im Nanometerbereich, also im Bereich von Millionstel Millimetern. Dies so genannten Nanostrukturen sind im Zuge der voranschreitenden Miniaturisierung in der Mikro- und Optoelektronik in das Zentrum der Forschung gerückt. Dem Leobener Grundlagenforscher ist es gelungen, Bedingungen und Mechanismen des Oberflächenverhaltens aufzuklären, teilte die Montanuniversität Leoben mit. Durch die damit möglich werdende bessere Ausnutzung der Selbstorganisationsmechanismen will man in Zukunft eine günstige Alternative zu den herkömmlichen technologischen Verfahren in der Halbleiterindustrie zu bieten. Ein weiteres Anwendungsfeld nanostrukturierter Oberflächen sieht Teichert bei der Entwicklung und Erforschung von Nano-Magneten, die als winzigste Speicher ein enormes Potenzial für Datenspeicherungen bereithalten .

Werdegang

Christian Teichert studierte Physik an der Martin-Luther-Universität in Halle. Seine Dissertation schloss er 1992 am Max-Planck-Institut für Mikrostrukturphysik in Halle ab und war anschließend als Stipendiat der Humboldt-Stiftung im Forschungszentrum Jülich an bahnbrechenden Arbeiten zu Einzelereignissen beim Ionenbeschuss beteiligt. An der University of Wisconsin, Madison, wo er von 1993 bis 1996 forschte, begann Teichert seine Untersuchung zu den Selbstorganisations-Phänomenen in Kooperation mit Wissenschaftern von AT&T Bell Labs und IBM. 1998 wechselte Teichert als Universitätsassistent an das Institut für Physik der Montanuniversität.

Neben seiner Lehrtätigkeit leitet Teichert an diesem Institut die Rastersonden-Mikroskopie-Gruppe. Mit der durch den Gaede-Preis gewürdigten Forschungstätigkeit hat er sich 2001 für das Fach Materialphysik habilitiert. Darüber hinaus arbeitet Teichert mit seinem Team u.a. an der spontanen Musterbildung durch Ionenbeschuss und der Charakterisierung von Polymeroberflächen. Zur Zeit bereitet er einen Work-Shop zu diesen Themen mit Wissenschaftlern aus Deutschland und Italien vor, der im Juni in Trofaiach stattfinden wird.(APA)

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