Vogel & Noot Holding - Verlust überschritt halbes Grundkapital

13. März 2002, 13:54
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Teure Restrukturierungsmaß- nahmen vom Vorjahr belasten Ergebnis - Verkauf von Wärmetechnik an Rettig-Gruppe im März

Wartberg/Wien - Die im Maschinenbau tätige Firmengruppe der steirischen Vogel & Noot Holding AG schrieb 2001 tiefrote Zahlen. Der Verlust habe im vergangenen Jahr das halbe Grundkapital überstiegen, bestätigte Alleinvorstand Martin Lenz der APA. Nähere Angaben wollte der Manager dazu nicht machen. Um die Aktionäre zu informieren, dass mehr als die Hälfte des Grundkapitals von 6,54 Mill. Euro aufgezehrt wurde, hat Lenz nun für den 3. April 2002 eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen. Nach dem Sanierungskurs im Vorjahr sei für 2002 wieder mit einem positiven Ergebnis zu rechnen.

Vogel & Noot hatte im vergangenen Sommer wegen massiver Probleme im Bereich Landmaschinen von den Banken einen Überbrückungskredit von 25,4 Mill. Euro erhalten. Mit den Banken wurde damals ein Sanierungsplan, der ein Gesundschrumpfen des Unternehmens vorsah, ausgehandelt.

Ein weiterer Tagesordnungspunkt der ao. Hauptversammlung betrifft laut Amtsblatt der "Wiener Zeitung" (Mittwoch) unter anderem die Genehmigung eines allfälligen Verkaufs aller Holding-Anteile an der Vogel & Noot Landmaschinenfabrik AG und der Vogel & Noot Kleinwasserkraftwerke GesmbH.

Restrukturierungsmaßnahmen waren teuer

Wie berichtet stand im Konzern der Vogel & Noot Holding nach den ersten neun Monaten 2001 ein negatives Ergebnis nach Zinsen und vor Steuern (EGT) in Höhe von minus 6,44 Mill. Euro zu Buche. Für das Gesamtjahr hatte das Wartberger Unternehmen im November ein Konzernergebnis angekündigt, das vor allem wegen der Neuordnung des Landmaschinengeschäfts und der Schließungskosten für den deutschen Wärmetechnik-Standort Gera "beeinträchtigt" sein werde.

"Die Restrukturierungsmaßnahmen haben im Vorjahr viel Geld gekostet", sagte Lenz am Mittwoch. Heuer sollen sie greifen und zu einer deutlichen Ergebnisverbesserung führen. Angepeilt würden schwarze Zahlen. "Mit roten Zahlen wollen wir nichts mehr zu tun haben", betonte der Ex-Lenzing-Chef.

Der geplante Verkauf des Sorgenkinds Vogel & Noot Wärmetechnik an die finnische Rettig-Gruppe soll bis Ende März finalisiert sein. Lenz sagte, der Verkaufspreis sei vom Finanzergebnis für 2001 abhängig. Im November hatte es geheißen, dass der Preis werde voraussichtlich rund 11,5 Euro je Aktie betragen werde. An ihrer Wärmetechnik-Tochter hält die Vogel & Noot Holding 81,5 Prozent, rein rechnerisch wäre auf Grund des wahrscheinlichen Offerts ein Verkaufserlös von knapp 32 Mill. Euro möglich. (APA)

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