Bayer nach schwachem Jahr 2001 wieder optimistisch

13. März 2002, 16:50
posten

Drastischer Gewinneinbruch im Vorjahr - Konzerngewinn soll 2002 von Verkäufen profitieren

Leverkusen - Der deutsche Chemie- und Pharmakonzern Bayer will im laufenden Jahr das operative Ergebnis wieder deutlich steigern. Für 2001 wies das Unternehmen am Mittwoch einen drastischen Gewinneinbruch aus, der aber von Analysten noch stärker erwartet worden war. Bayer begründete den Rückgang mit der Konjunkturschwäche in der Chemie und dem Rückzug des Cholesterinsenkers Lipobay.

"Wenn alles so läuft, wie wir es geplant haben, werden wir im laufenden Jahr eine deutliche Steigerung des operativen Ergebnisses haben", sagte der scheidende Vorstandschef des Leverkusener Konzerns, Manfred Schneider. Bei der unsicheren Konjunkturlage sei aber eine Prognose schwierig. Einen konkreteren Ausblick kündigte er zur Hauptversammlung an. Nach zehn Jahren an der Konzernspitze wird Schneider sein Amt nach der Hauptversammlung im April an Finanzchef Werner Wenning übergeben.

Konzerngewinn soll von Verkäufen profitieren

Der Konzerngewinn werde in diesem Jahr unabhängig von den konjunkturellen Risiken durch die geplanten Kosteneinsparungen sowie durch den Verkauf von Tochterunternehmen steigen, sagte Schneider. Auf der Verkaufsliste der Leverkusener stehen die Duftstofftochter Haarmann & Reimer (H&R), die Rhein Chemie, der Anteil am Gemeinschaftsunternehmen PolymerLatex mit der Degussa sowie das Haushaltsinsektizidgeschäft. Zur Höhe der erwarteten Verkaufserlöse äußerte sich Schneider am Mittwoch nicht. Das Interesse an H&R sei sehr groß, sagte er. Das Bieterverfahren laufe seit vergangener Woche. Einen Vertragsabschluss erwartet Bayer im Sommer.

Auch wenn der Start in das laufende Jahr nicht ganz den Erwartungen entspreche, sei Bayer zuversichtlich, sagte der scheidende Konzernchef. Der Jänner sei enttäuschend, der Februar sei besser verlaufen, und in den ersten Märztagen habe sich die Stimmung aufgehellt. Ob das die Wende sei, bleibe jedoch abzuwarten.

Verbesserung bei den biologischen Produkten erwartet

Im Arbeitsgebiet Gesundheit erwartet Bayer eine weitere Verbesserung bei den biologischen Produkten. Diese würden aber die Umsatzausfälle durch den Vermarktungsstopp des Cholesterinsenkers Lipobay und Produktionsprobleme bei dem Bluterpräparat Kogenate nicht voll ausgleichen können.

"Das Jahr 2001 ist endgültig abgehakt", sagte Schneider. Bayer lag im Schlussquartal beim operativen Ergebnis aber am oberen Rand der Schätzungen. Das operative Ergebnis aus dem fortgeführten Geschäft vor Sonderposten für das Gesamtjahr sei um mehr als die Hälfte auf 298 Mill. Euro geschrumpft. Für das vierte Quartal habe sich ein Konzerngewinn von 142 (Vorjahr: 249) Mill. Euro ergeben. Analysten hatten einen Fehlbetrag erwartet.

Der Konzerngewinn 2001 sei im Vergleich zum Vorjahr fast um die Hälfte auf 965 Mill. Euro zurückgegangen. Analysten hatten hier im Schnitt knapp 750 Mill. Euro erwartet. Das operative Ergebnis aus dem fortgeführten Geschäft vor Sonderposten bezifferte Bayer mit 1,855 Mrd. Euro nach 3,209 Mrd. Euro 2000. Es lag damit über den Schätzungen der Analysten von durchschnittlich 1,660 Mrd. Euro.

(APA/Reuters)

LINK
Bayer
Share if you care.