Hielten alliierte Geheimdienste den Mythos der NS-Atombombe absichtlich aufrecht?

13. März 2002, 19:08
7 Postings

Werner Heisenbergs Sohn: Kein "Wettlauf mit Hitlers Atombombe", sondern "allgemeinere Ziele"

Hamburg - Die Diskussion um die "NS-Atombombe" geht weiter: In der aktuellen Ausgabe der Wochenzeitung "Die Zeit", kommt Martin Heisenberg, der Sohn des deutschen Physikers Werner Heisenberg, zu Wort. "Ich kann mir kaum vorstellen, dass die Veröffentlichung der Bohr-Briefe so viel Aufmerksamkeit erzeugt hätte und die Diskussion um die moralische Person Heisenberg so viele Jahre virulent geblieben wäre ohne dieses Skandalon, dass Heisenberg im Hitler-Deutschland eben nicht an der Atombombe gebaut hat" schreibt er.

Martin Heisenberg glaubt, erst die Legende von Hitlers nuklearer Macht habe das Atomwaffenprogramm Manhattan-Projek der Alliierten möglich gemacht. Er schreibt, dass "die Geheimdienste in den USA spätestens 1943 gut darüber informiert waren, dass es in Deutschland kein ernstliches Programm zum Bau einer Atombombe gab." Doch warum wurden den amerikanischen Wissenschaftlern während des Krieges die Berichte der Geheimdienste vorenthalten, die bewiesen, dass Deutschland keine nuklearen Waffen baute? Heisenberg vermutet, nur so sei der Bau einer Massenvernichtungswaffe durch die Alliierten zu rechtfertigen gewesen.

Die Fortführung des Manhattan-Projekts nach der Kapitulation Deutschlands und der Abwurf der beiden Atombomben auf Japan belegen nach Martin Heisenbergs Auffassung, dass die Anstrengungen der Alliierten nicht allein dem vermeintlichen Wettlauf mit Hitlers Atombombe, sondern allgemeineren Zielen gegolten hätten. (red)

Share if you care.