Kirch soll sich von Premiere trennen

13. März 2002, 11:57
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Laut "Süddeutscher Zeitung" wollen Banken Abosender nicht erhalten - Beratungen über Finanzlage

Bei ihrem Treffen mit der hoch verschuldeten Kirch-Gruppe haben die Gläubigerbanken der "Süddeutschen Zeitung" zufolge den Druck erhöht. Wie die Zeitung (Mittwochausgabe) berichtet, wird Kirch bedrängt, den Abosender Premiere World notfalls einzustellen, um einen Konkurs der Mediengruppe zu vermeiden. Ein neuer Investor sei aber nur zu finden, wenn der Abosender wenigstens teilweise von seinen Risiken befreit werde.

Einstellung von Business-TV

Die Kirch-Gruppe lehnte jede Stellungnahme zu Gesprächen mit den Banken ab. Unterdessen forderten die bayerischen Grünen in einem Dringlichkeitsantrag die Staatsregierung auf, die möglichen Folgen eines finanziellen Zusammenbruchs der Kirch-Gruppe offen zu legen.

Die "Süddeutsche Zeitung" berichtete, auch beim verlustreichen Lokalfernsehen sollen kurzfristig Notmaßnahmen ergriffen werden. Betroffen seien die drei Stationen in München, Hamburg und Berlin, denen ebenfalls die Einstellung drohe. Bereits Ende April solle das Business-TV eingestellt werden, das im Auftrag anderer Unternehmen firmeninterne Fernsehprogramme für deren Belegschaft produziert habe.

Noch keine konkreten Ergebnisse

Im Konzern werde davon ausgegangen, dass die Vorstände der Gläubigerbanken am kommenden Dienstag über das Schicksal der Gruppe befinden würden, berichtet die Zeitung. Zumindest seien wichtige Vorentscheidungen zu erwarten, hieß es. Aus den Banken sei allerdings zu hören, bis Mitte der nächsten Woche sei noch nicht mit konkreten Ergebnisse zu rechnen, was eine Rettung des Konzerns erschwere.

Zu Kirchs Gläubigern zählen neben der HVB die Bayerische Landesbank, die Commerzbank und DZ Bank. Der Konzern hat nach eigenen Angaben 6,5 Mrd. Euro Schulden, im "Wall Street Journal" war von acht Mrd. Euro die Rede. Hinzu kämen rund fünf Mrd. Euro an weiteren Verbindlichkeiten.

Nach Medienberichten vom Wochenende will Kirchs Chef-Berater Wolfgang van Betteray das Kreditvolumen auf vier Mrd. Euro senken. Voraussetzung wäre unter anderem die Einstellung oder Abgabe der defizitären Lokalsender. Zudem könnten Konzernteile veräußert werden, die nicht zum Kerngeschäft zählen. (APA)

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