VA Tech muss ohne Sondereinnahmen auskommen

13. März 2002, 15:23
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142 Millionen Euro aus Verkäufen von Anlagen und voestalpine-Aktien erlöst

Wien - Die positive Ergebnisrechnung der VA Tech AG für 2001 wurde mit Sondereinnahmen aufgefettet, die im heurigen Jahr entfallen. Die Erlöse aus den Devestitionen der Maschinen- und Stahlbaugruppe MCE (80 Prozent an die Andlinger-Group) sowie der Transport- und Montagesysteme (TMS, zu 100 Prozent an die französische GTIE) bescherten der VA Tech einen Buchgewinn von 71 Mill. Euro, der den Verlust des Metallurgiebereichs (71,8 Mill. Euro beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Amortisation/EBITA) egalisiert. In gleicher Höhe, mit 71 Mill. Euro, verbesserte der Aktienverkauf der 11-prozentigen VA Tech-Beteiligung an der voestalpine AG das Jahresergebnis, das dadurch mit 32 (30) Mill. Euro positiv ausfiel und einen Dividendenvorschlag von 0,5 (1,2) Euro je Aktie ermöglicht, was einer Ausschüttung von 7,5 (18) Mill. Euro entspricht.

Finanzvorstand Roland Scharb, der seine Ausführungen auf der heutigen Bilanzpressekonferenz mit dem Satz "Die Kunden vertrauen uns" einleitete, indem er auf die 17-prozentige Steigerung des Auftragseinganges auf 4,551 (3,894) Mrd. Euro hinwies, räumte ein, dass die 17-prozentige Steigerung des EBITA auf 146 (125) Mill. Euro nur dank der Sondererlöse möglich war. Allerdings seien auch einmalige Restrukturierungsaufwendungen von 43 Mill. Euro getätigt worden, davon allein 35 Mill. Euro für die Metallurgie (Kvaerner-Beteiligung). Weiters sei eine Goodwill-Abschreibung bei Beteiligungen in Höhe von 63 Mill. Euro erfolgt, gegenüber 32 Mill. Euro im Jahr 2000. Daraus erkläre sich der Rückgang des operativen Ergebnisses (EBIT) von 93 auf 83 Mill. Euro. Da sich das negative Finanzergebnis von 51 Mill. Euro auf 41 Mill. Euro verbessert hat (dank einem Mehrerlös bei der bereits 2000 begonnenen voestalpine-Abschichtung), blieb das Ergebnis vor Steuern (EBT) mit 42 Mill. Euro konstant.

Cash-flow mit Gewichtsverschiebng verschlechtert

Bei den betrieblichen Kennzahlen habe VA Tech gegenüber 2000 eine Verbesserung erzielt. Die Umsatzrendite (ROS) stieg auf 3,7 (3,1) Prozent, die Rendite des eingesetzten Kapitals (ROCE) auf 7,9 (6,0) Prozent, wofür allerdings die Buchgewinne aus den Einmaleffekten entscheidend waren. Ohne Einmaleffekte hat sich das ROCE auf 1,9 (2,6) Prozent verschlechtert. Eine Entspannung erzielte VA Tech beim freien Cash-flow, der, beeinflusst von früheren Akquisitionen, 2000 noch mit 262 Mill. Euro negativ war, 2000 dagegen um 180 Mill. Euro auf minus 82 Mill. Euro verbessert wurde. Die Nettoliquidität, die zum Halbjahr 2001 noch minus 192 Mill. Euro betrug, verbesserte sich auf ein Minus von 21 Mill. Euro.

Konzernchef Erich Becker wies darauf hin, dass sich Cash-flow und Liquidität der VA Tech mit der Gewichtsverschiebung vom metallurgischen zum elektrischen Anlagenbau verschlechtert hätten. Der metallurgische Anlagenbau (VAI) sei früher von hohen Kundenanzahlungen geprägt gewesen, womit die VA Tech jahrelang gewohnt gewesen sei, "auf einer Kriegskasse zu sitzen" (die durch Großakquisitionen sowie Verlustbereinigungen beim thermischen Anlagenbau und beim Rohrleitungsbau ausgeräumt wurde). Im elektrischen Anlagenbau (Energieübertragung und -verteilung) seien nunmehr Kundenanzahlungen nicht üblich, womit sich die positive Nettoliquidität der VA Tech in eine Nettoverschuldung gedreht habe. Die Eigenkapitalquote ist mit 15,3 (15,1) Prozent annähernd gleich geblieben.

Für 2002 wollte Becker keine Ergebnisschätzung abgeben. Er nannte nur mittelfristige Ziele für ROCE von 15 Prozent, ROS (operativ) von 8 Prozent und eine Eigenkapitalbasis von 20 Prozent. Die Zielquoten würden derzeit aber von keinem der Mitbewerber erreicht. (APA)

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