Kolumbiens zweitgrößte Rebellengruppe prinzipiell zum Frieden bereit

14. März 2002, 18:06
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ELN will getrennten Waffenstillstand verhandeln

Bogota - Drei Wochen nach dem Scheitern der Friedensbemühungen zwischen der kolumbianischen Regierung und den marxistischen FARC-Rebellen hat die zweitgrößte Guerillagruppe des Landes, das ELN, ihre Bereitschaft zum Ausgleich bekundet. Vertreter der Rebellen und der Regierung hätten nach Gesprächen in Kuba eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet, sagte der Friedensbeauftragte der Regierung, Camilo Gomez, am Dienstag in Bogota.

Die Übereinkunft mit dem "Nationalen Befreiungsheer" (ELN) eröffne den Weg zum Beginn formeller Friedensgespräche, sagte Gomez weiter. "Angesichts der aktuellen Lage im Lande ist die Feststellung notwendig, dass eine friedliche Lösung des Konflikts weiter möglich ist", zitierte Gomez aus dem Text.

Die marxistischen "Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens" (FARC) überziehen das Land derzeit mit einer Welle von Anschlägen und Überfällen. Vor der Präsidentenwahl am 26. Mai liegt der Kandidat Alvaro Uribe Velez Umfragen zufolge mit fast 60 Prozent vorn. Er tritt für eine militärische Lösung im Kampf gegen die Rebellen ein.

Die Regierung und das ELN seien übereingekommen, nun zunächst getrennt die Einzelheiten eines Waffenstillstandes zu definieren und sich dann wieder in Havanna zu treffen, sagte Gomez weiter. Präsident Andres Pastrana und das an Kuba orientierte "Nationale Befreiungsheer" (ELN) hatten Ende vergangenen Jahres ihre Friedenskontakte wieder aufgenommen. Das ELN hält etwa 4000 Männer und Frauen unter Waffen. (APA/dpa)

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