Fünf Tote durch Autobombe in Kolumbien

12. März 2002, 21:00
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Regierung beschuldigt FARC

Bogota - Bei der Explosion einer Autobombe sind am Dienstag in Kolumbien fünf Menschen getötet worden. Acht weitere Menschen wurden zum Teil schwer verletzt, teilten die Behörden der zentralkolumbianischen Ortschaft Puerto Lleras mit. Außerdem sei ein Dutzend Häuser zerstört oder beschädigt worden. Die Polizei ging davon aus, dass es sich um eine Tat der marxistischen Guerillagruppe "Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens" (FARC) handelte.

Unmittelbar nach dem Anschlag hätten sich Unbekannte in der Nähe der Ortschaft ein Gefecht mit Soldaten geliefert, berichtete die Zeitung "El Tiempo". Es war der erste größere Anschlag seit den überraschend ruhig verlaufenen Parlamentswahlen vom Sonntag.

Armee war zurückgekehrt

Das Bombenfahrzeug sei von mehreren Männern vor dem Zentralgebäude einer früheren Kaserne abgestellt worden, sagte Adrian Garcia, ein Vertreter des Innenministeriums in der Provinz Meta. Die Anlage sei schon vor mehr als einem Jahr aufgegeben worden, nachdem sie von Einheiten der FARC gesprengt worden war. Zum Wahltag waren 200 Soldaten zum Schutz der Wahllokale wieder eingerückt.

Bei den Toten handle es sich um zwei Soldaten und drei Zivilisten. In der Region von Puerto Lleras, 160 Kilometer südlich der Hauptstadt Bogota, sind die FARC, die kleinere Linksguerilla "Nationales Befreiungsheer" (ELN) und die rechtsextremen "Einheiten zur Selbstverteidigung Kolumbiens" (AUC) aktiv.(APA/dpa)

Die FARC sind mit 17.000 Männern und Frauen unter Waffen die größte Guerillagruppe des Landes und haben nach dem Zusammenbruch des Friedensprozesses im Februar eine Offensive begonnen. Der bewaffnete Konflikt mit den FARC dauert schon fast 40 Jahre, ein Ende ist nicht absehbar.

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