Druck auf Medien vor Ukraine-Wahl

12. März 2002, 17:10
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Reporter ohne Grenzen üben Kritik

Die internationale Menschenrechtsorganisation Reporter ohne Grenzen hat die Beeinflussung regionaler Medien in der Ukraine vor den Parlamentswahlen Ende März kritisiert. Präsident Leonid Kutschma solle sich dafür einsetzen, dass "unabhängige Medien ungehindert und normal berichten können", forderte der Generalsekretär der Organisation, Robert Menard, in einem am Dienstag in Kiew veröffentlichten Aufruf.

Sender und Zeitungen betroffen

Betroffen seien vor allem Sender und Zeitungen, die den oppositionellen, früheren Regierungschef Viktor Juschtschenko zu Wort kommen ließen, hieß es. Nach Einschätzung von Experten versucht der Staatsapparat der früheren Sowjetrepublik vor den Wahlen am 31. März die Berichterstattung unabhängiger Medien zu behindern oder zu beeinflussen. Kutschma selbst steht bis heute im Verdacht, am Verschwinden und mutmaßlichem Tod des kritischen Journalisten Georgi Gongadse im Herbst 2000 beteiligt gewesen zu sein. (APA/dpa)

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