Arafat von "kleinem in großes Gefängnis" entlassen

12. März 2002, 16:39
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Alle Hauptquartiere des Palästinenserpräsidenten zerstört

Tel Aviv - Mit der Aufhebung seines Reiseverbotes ist Palästinenserpräsident Yasser Arafat nach einem israelischen Zeitungsbericht lediglich von einem "kleinen in ein großes Gefängnis" entlassen worden. Der israelische Ministerpräsident Ariel Sharon hatte am Montag Arafat gestattet, sich künftig innerhalb der Palästinensergebiete frei bewegen zu können. Es gebe aber keinen Platz, wo Arafat hingehen könne, schreibt die Tageszeitung "Yediot Ahronot" am Dienstag. Das Hauptquartier in Gaza sei ebenso zerstört worden wie die Büros in Jenin, in Nablus, in Rafah sowie Khan Yunis. Die Palästinenser befürchteten, dass auch noch das einzig verbliebenen Hauptquartier in Ramallah von der israelischen Armee zerstört werden würde, sobald Arafat Ramallah verließe.

Ein Fahrt Arafats von Ramallah nach Nablus gleiche einer "Tour durch berühmte palästinensische Schlachtfelder", schreibt das Blatt weiter. In Nablus seien die Gebäude der Autonomieverwaltung und der Polizei zerstört worden. Noch schlimmer sei die Situation in Bethlehem, wo Arafat herausfinden würde, dass er noch nicht einmal einen Platz zum Schlafen finden könne. Sein Lieblingshotel sei in Flammen aufgegangen. Der Höhepunkt erwarte Arafat dann im Gazastreifen, schreibt die Zeitung. Dort sei von Regierungsgebäuden fast überhaupt nichts übrig geblieben. "Selbst eine Tasse Kaffee am Strand ist nicht mehr dasselbe, wenn er auf patrouillierende israelische Schnellboote schaut." (APA/dpa)

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