Vieltelefonierer, der Silberstreif

12. März 2002, 19:11
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Mobilfunker prüfen Regressmöglichkeiten gegen Bund und Länder

Der Nutzungsgrad für Mobiltelefonie hat sich im Vorjahr wieder signifikant erhöht: Die Zahl der Handytelefonierer stieg von 58 auf 73 Prozent. Heuer sollen es gar 87 Prozent werden. Laut einer vom Forum Mobilkommunikation (FMK), der Interessenvertretung der heimischen Mobilfunker, durchgeführten Fessel-GfK-Studie besaßen 73 Prozent der Befragten ein Han- dy (2000: 58 Prozent). Tendenz: steigend.

"Wir rechnen auch heuer mit einer Steigerung"

Für die durch hohe UMTS-Lizenzgebühren unter Druck geratenden Mobilfunker war dies am Dienstag Anlass für einen hoffnungsfrohen Blick in die Zukunft. "Wir rechnen auch heuer mit einer Steigerung", sagte FMK-Sprecher Thomas Barmüller in einer Pressekonferenz. 2001 erwirtschaftete die heimische Mobilfunkbranche einen Gesamtumsatz in Höhe von 3,06 Milliarden Euro nach rund 2,754 Mrd. EURO im Jahr davor.

Spaß

Während vor allem die jungen Handykunden mit dem Handy Spaß und Unterhaltung haben, wird das UMTS-Geschäft selbst eine Nagelprobe für Politik und Netzbetreiber. Der Grund: Länder und Gemeinden blockieren - nach Salzburger Vorbild - den Bau von Handymasten und damit den gesetzlich vorgeschriebenen Ausbau der multimediafähigen Handynetze. Wegen der noch immer "dif- fusen Investitionssicherheit" lässt das FMK Regressmöglichkeiten gegenüber Bund und Ländern prüfen. Das Gutachten soll in wenigen Wochen vorliegen. Schließlich habe man 830 Mio. EURO für die Lizenzen bezahlt. "Wir werden sicher nicht hinnehmen, dass wir in Mobilfunkreservate abgeschoben werden, nur weil einzelne Bürgermeister den von der Weltgesundheitsorganisation WHO festgelegten Handystrahlungsgrenzwert nicht akzeptieren wollen", setzte Lothar Roitner von den alternativen Telekombetreibern nach. (ung - Der Standard Printausgabe)

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