Geschichte Simbabwes

14. März 2002, 15:17
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Präsident Robert Mugabe regiert seit Unabhängigkeit des Landes im Jahr 1980

Harare - Nach einem umstrittenen Wahlverlauf hat am Dienstag die Stimmenauszählung der Präsidentenwahl in Simbabwe begonnen. Wegen langer Wartezeiten vor den Wahllokalen war die für Samstag und Sonntag angesetzte Wahl vom Obersten Gerichtshof um einen Tag verlängert worden. Oppositionschef Morgan Tsvangirai und seine Bewegung für demokratischen Wandel MDC warfen dem seit 22 Jahren regierenden Präsidenten Robert Mugabe Wahlmanipulation vor. Es folgt eine Chronik der wichtigsten Ereignisse der Geschichte Simbabwes

Simbabwe, das frühere Rhodesien, wurde ab 1890 von Großbritannien kolonialisiert und 1980 nach jahrelangen Bürgerkriegswirren unabhängig.

  • 1980 - Bei den Wahlen zur Unabhängigkeit errang die "Zimbabwe African National Union-Patriotic Front" (ZANU-PF) die absolute Mehrheit. Robert Mugabe wird Ministerpräsident.

  • 1985 Die ZANU-PF und Mugabe siegen auch bei der zweiten Wahl.

  • 1987 - Nach Kämpfen mit Guerillas der "Zimbabwe African People's Union"-Bewegung, die vor der Unabhängigkeit mit der ZANU verbündet waren, unterzeichnen Mugabe und ZAPU-Chef Joshua Nkomo eine Vereinbarung, die zum Zusammenschluss beider Parteien zur neuen ZANU-PF führt. Mugabe ändert die Verfassung, schafft den Posten des Ministerpräsidenten ab und wird selbst Präsident mit umfangreichen Befugnissen.

  • 1990 - Mugabe und die ZANU-PF gewinnen die Parlaments- und Präsidentschaftswahlen.

  • 1995 - ZANU-PF gewinnt erneut die Parlamentswahlen.

  • 1996 - Präsident Mugabe wird im Amt bestätigt.

  • 1998 - Eine Wirtschaftskrise erschüttert Simbabwe. Hohe Inflation und steigende Arbeitslosigkeit führen zu Unruhen. Der Gewerkschaftsverband unter Morgan Tsvangirai erhält starke Unterstützung aus der Bevölkerung. Generalstreiks legen im Jänner, März und November das öffentliche Leben lahm.

  • 1999 - Tsvangirai wird Chef der neu gegründeten Bewegung für Demokratischen Wandel MDC.

  • 2000 - Tausende ehemaliger Veteranen des Unabhängigkeitskrieges besetzen Farmen weißer Besitzer. Mugabe unterstützt die Enteignung der weißen Farmer und lässt viele von ihnen durch seine Anhänger gewaltsam verjagen - eine Praxis, die von Gerichten in Simbabwe für illegal erklärt wurde.

  • 2000- Die ZANU-PF gewinnt die Parlamentswahlen nur knapp vor der oppositionellen MDC.

  • 2001 - Die Regierung Simbabwes sagt Großbritannien zu, die gewaltsamen Farmbesetzungen zu stoppen. Im Gegenzug sichert die Regierung in London Finanz-Hilfe für eine Bodenreform zu.

  • 2001 - Die ZANU-PF verabschiedet verschärfte Gesetze zur öffentlichen Ordnung und zum Presse- und Wahlrecht. Die Gesetze stoßen bei Opposition und im Ausland auf Kritik.

  • Februar 2002 - Die USA, Großbritannien und die Europäische Union (EU) werfen Mugabe vor, er verhindere freie und faire Wahlen. Wahlbeobachter aus der EU reisen ab, nachdem ihr Leiter ausgewiesen worden war. Gegen Mugabe und seine engsten Vertrauten verhängen die USA und die EU Sanktionen. Ihnen werden Visa verweigert und ihre Auslands-Konten werden gesperrt.
(APA/Reuters)
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