Transfigurationen der Geschlechtskörper ...

12. März 2002, 15:17
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... im politischen Imaginären - Vortrag von Alice Pechriggl

Der Vortrag präsentiert zentrale Begriffe und Register aus einer hauptsächlich an der Ecole des Hautes Etudes en Sciences Sociales durchgeführten zehnjährigen Forschungsarbeit, deren Ergebnisse vor einem Jahr in zwei Bänden unter dem Titel Corps transfigurés. Stratifications de l'imaginaire des sexes/genres (Paris, l'Harmattan) erschienen sind.

Der für die Präsentation ausgewählte Schwerpunkt liegt auf dem politischen Geschlechterimaginären. Dieses ist nicht nur von der Auseinandersetzung um die archê, also die Macht bzw. die Herrschaft und die sie verkörpernden Ämter bzw. Amtsträger geprägt, sondern auch von den Implikationen diverser kollektiver Projektions-, Transfigurations- und Repräsentationsweisen, in denen dem geschlechtlich "markierten" Körper sowohl Modell- als auch Abbildfunktion zukommt.

Feminismus, der unter den herrschenden politischen Verhältnissen in Österreich kein akademischer Zug mehr ist, auf den aufzuspringen karriere- oder ressourcenfördernd wäre, darf nunmehr im Zuge intellektueller Reaktion auch wieder symbolisch gewinnbringend als Ideologie "entlarvt" werden. Im Gegensatz zu solcherart Rhetorik soll es in diesem Vortrag um die Vertiefung eines herrschaftskritischen Ansatzes gehen, der nicht abtrennbar ist von einer emanzipatorischen Praxis im Sinne kollektiver Autonomie – ein Ansatz, durch den die feministischen Theorien nicht zuletzt die Sozial-, Geistes- und auch Naturwissenschaften wissenschaftstheoretisch und methodologisch erneuert haben.

Pechriggl, Alice: Univ. Doz. Dr. phil., Philosophin und Sozialwissenschafterin. Seit ihrer Habilitation 1999 arbeitet sie als Gastprofessorin im Rahmen des Gender Kolleg der Universität Wien sowie an den Universitäten Paris I, Sorbonne und Paris VIII, St. Denis. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind: philosophische Geschlechteranthropologie, Philosophie der Politik und antike Philosophie.

Der Vortrag findet in der Seminarreihe "Feministische Theorie und Frauenforschung" statt, Konzept und Organisation: Silvia Stoller und Eva Waniek (red)

13.03.2002/18:30
Institut für Wissenschaft und Kunst
Seminarraum 3
Berggasse 17
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