Im Milosevic-Prozess ab nun auch schriftliche Zeugenaussagen

12. März 2002, 15:07
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Ex-Präsident soll Möglichkeit zur Befragung von Belastungszeugen bekommen

Belgrad - Die Richter des UNO-Kriegsverbrechertribunals im Prozess, der in Den Haag gegen den früheren jugoslawischen Präsidenten Slobodan Milosevic wegen Kriegsverbrechen im Kosovo, Bosnien und Kroatien geführt wird, haben beschlossen, auch schriftliche Aussagen von Belastungszeugen zu akzeptieren. Einspruch dagegen war wiederholt von Milosevic und seinen Pflichtverteidigern, den amici curiae, erhoben worden.

Laut der heutigen Entscheidung soll Milosevic allerdings die Möglichkeit bekommen, die Zeugen zu befragen. Die Anklage soll ihre Einvernahme dieser Zeugen allerdings nur auf ein paar einleitende Sätze beschränken.

Alleine zu der Kosovo-Anklage wurden 130 schriftliche Zeugenaussagen angekündigt. Die ersten 23 Aussagen beziehen sich auf den ersten Punkt der Anklage, welcher sich mit der massiven Vertreibung von Kosovo-Albanern nach Albanien und Mazedonien während der NATO-Luftangriffe im Frühjahr 1999 befasst.(APA)

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