Abgereichertes Uran kann Nieren schädigen

12. März 2002, 14:50
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British Royal Society warnt auch vor Risiken durch kontaminierte Böden und Trinkwasser-Anlagen

London - Bei Soldaten und Zivilisten, die lange Zeit abgereichertem Uran (DU) ausgesetzt waren, sind Nierenschäden nicht auszuschließen. Das ist das Ergebnis eines Berichts der britischen Royal Society, der am Dienstag veröffentlicht wurde. Ein Risiko bestehe auch durch kontaminierte Böden und Trinkwasser-Anlagen. Der Bericht plädiert erneut dafür, dass Veteranen der Kriege im Persischen Golf und auf dem Balkan an Programmen zur Messung des Uranspiegels teilnehmen sollen. Noch Endes dieses Jahres sollen die Untersuchungen gestartet werden. Der Bericht ist der zweite der Royal Society über die Langzeit-Auswirkungen von abgereichertem Uran auf die Gesundheit.

Abfallprodukt

"Nur wenige Soldaten waren allerdings einer hohen Konzentration des hochtoxischen Schwermetalles ausgesetzt", schwächt Studienleiter und Vorstandsvorsitzender der Royal Society Brian Spratt ab. Bedenklicher sei die Kontamination des Bodens in stark betroffenen Gebieten, die vor allem für Kinder eine Gefahr bergen. Die Gesellschaft empfiehlt die jährliche Überprüfung der Wasserversorgung. Bisherige Tests haben gezeigt, dass derzeit keine Gefahr besteht, auch wenn abgereichertes Uran in das Wassersystem gelangt. Dennoch soll laut Spratts diese Überprüfung noch weitere 40 Jahre fortgesetzt werden.

Abgereichertes Uran entsteht als Abfallprodukt in der Kernenergiegewinnung und wird aufgrund seiner hohen Dichte in Panzer brechenden Projektilen eingesetzt. Es ist geringfügig radioaktiv und die Strahlung wird bereits bei kürzesten Distanzen absorbiert. Bei der Explosion der DU-Munition nach einem Treffer entstehen feinstverteilte Partikel aus verschiedenen Uranoxiden. Der Feinstaub kann beim Einatmen in die tieferen Atemwege gelangen. Laut BBC ist es sicher, dass DU-Waffen im Golf- und Balkan-Krieg verwendet wurden. Das britische Verteidigungsministerium habe aber bestätigt, dass derartige Waffen nicht von britischen Streitkräften im Afghanistan-Konflikt eingesetzt wurden. Unklar bleibt jedoch, ob die US-Einsatztruppen DU-Waffen verwendeten. (pte)

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