UTA will 2003 schwarze Zahlen schreiben

12. März 2002, 18:53
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Finanzierungsbedarf gesichert

Wien - Die Wiener UTA-Gruppe (UTA Telekom AG und Netway Communications AG) konnte im vergangenen Jahr erneut stark zulegen und erhöhte den Umsatz um 53,5 Prozent (bereinigt um die Netway-Akquisition: 39 Prozent) auf 234,8 Mill. Euro. Das negative Betriebsergebnis vor Steuern, Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) wurde im Vergleich zum Vorjahr von 40 auf 20 Prozent des Umsatzes halbiert, erklärten die beiden Vorstände des Telefon- und Internetbetreibers, Johannes Schwertner und Roman Karre am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Wien. Heuer will das Unternehmen "trotz eines stagnierenden Marktes" den Umsatz um weitere 18 Prozent auf 278 Mill. Euro erhöhen und den operativen Break-Even (EBITDA) erreichen. Im Jahr 2003 werde man auch beim EBIT in die schwarzen Zahlen kommen, so Schwertner.

Finanzierungsbedarf gesichert

"Der Finanzierungsbedarf ist geringer als vor einem Jahr geplant", sagte Schwertner. Für die heuer benötigten 69 Mill. Euro verfüge man über Zusagen von allen Eigentümern. Dass diese zurzeit Kapitalmaßnahmen planen würden, bestätigte Schwertner, wollte aber nicht näher darauf eingehen. Erreichen wolle man die genannten Ziele durch eine Senkung der Gemeinkosten um 25 Prozent zum Vorjahr, eine Stabilisierung der Mitarbeiterzahl bei 640 (2001 waren 210 der 860 Arbeitsplätze abgebaut worden) und Synergieeffekte zwischen UTA und Netway durch die Zusammenlegung der Bereiche IT, Verwaltung und Finanzen.

Börsengang: "Ja,vielleicht"

Ein Börsegang werde heuer voraussichtlich nicht stattfinden, es gelte jedoch ein "ja, vielleicht" für die Zukunft. Beim Umsatz pro Mitarbeiter und Jahr liege man im Vergleich zur Peer-Group "in Europa ganz an der Spitze", erklärte Schwertner weiter. Im vergangenen Jahr habe man diesen Wert auf 341.000 Euro (2000: 250.000 Euro) erhöhen können.

Kampf um Marktanteile

Auf den Telefonie-Bereich entfielen im vergangenen Jahr 57 Prozent des Umsatzes, 26 Prozent auf Daten- und 17 Prozent auf Internet- und E-Business-Services. Die Zahl der UTA-Kunden wurde 2001 im Telefonie-Bereich auf 415.000 und im Internetbereich auf 305.000 erhöht. Heuer sei ein weiterer Zuwachs um jeweils 100.000 Kunden geplant. Bei den Marktanteilen der alternativen Festnetzanbieter im Privatkundenmarkt liefere man sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Tele 2, das mit 34 Prozent knapp vor der UTA mit 32 Prozent liege. Im Businesskunden-Bereich sei die UTA mit 41 Prozent sogar Marktführer, vor tele.ring mit 13 und Tele 2 mit 10 Prozent.

Als Internet Service Provider (ISP) halte man bei den Privatkunden 19 Prozent hinter A-Online/Jet2Web mit 30 Prozent, aber vor Chello/Teleweb mit 11 Prozent. Allerdings hätten 12 Prozent auf die Frage nach dem Provider mit "weiß nicht" geantwortet, dies "relativiert die Ergebnisse etwas", so Schwertner. Zwar liege die UTA auch bei den Businesskunden mit 24 Prozent hinter A-Online/Jet2Web (34 Prozent), bei Industriekunden habe man aber mit 21 Prozent klar die Nase vorn.

Monopol der "letzten Meile" brechen

"Wir wollen das Endkunden-Monopol der Telekom Austria am Markt brechen", sagte Schwertner. Basis dafür sei die Entbündelung, die die UTA als einziger Telekommunikationsanbieter österreichweit vorantreibe. Bereits heute seien 70 Wählamtsbereiche direkt an das UTA-Netz angeschlossen, bis Jahresende werde man diese Zahl auf 125 erhöhen. Damit könnten österreichweit über 50 Prozent, in Wien sogar 90 Prozent der Geschäftskunden erreicht werden, so Schwertner. In der zweiten Jahreshälfte sollen auch den Privatkunden entbündelte Anschlüsse angeboten werden. In diesem Bereich wolle man eine Verdreifachung der Zahl der ADSL-Kunden erreichen. (APA)

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