Personeller Umbau bei Andlinger Anlagebau-Gruppe

12. März 2002, 14:02
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Vorstand wird halbiert - Wachstum soll über Servicebereich forciert werden

Wien - Die aus der ehemaligen Mannesmann Austria und der MCE Voest entstandene mitteleuropäische Anlagenbau-Gruppe des Auslandsösterreichers Gerhard Andlinger halbiert ihren Vorstand: Der langjährige Geschäftsführer der MCE Voest, Hermann Lutzenberger, scheidet mit Ende März aus dem Vorstand der Andlinger Anlagenbau Holding AG aus, auch sein Vorstandskollege Reinhard Wödlinger wird das Unternehmen verlassen. Der in Mitteleuropa auch in der Gebäudetechnik und im Stahlbau tätige Konzern will in den kommenden fünf Jahren um wenigstens die Hälfte wachsen, um die für den Börsegang notwendige kritische Masse zu erreichen, hieß es am Dienstag bei der Jahrespressekonferenz der MCE Voest.

Die MCE Voest, die im März 2001 von der VA Tech zu 80,1 Prozent an Andlinger verkauft worden war, setzt zusammen mit der nunmehrigen Anlagenbau Austria mit rund 6.500 Beschäftigten rund 740 Mill. Euro um. Über den vier Geschäftsbereichen bestimmt die Holdinggesellschaft Andlinger Group Anlagenbau mit künftig drei (bisher sechs) Vorständen den Kurs. Neben dem Vorstandsvorsitzendem Herbert Furch bilden MCE Voest-Finanzvorstand Helmut Punz und Ernst Reichmayr von der Eigentümerseite den Vorstand. Lutzenberger, der bereits seit einigen Monaten Partner der Investmentgesellschaft Andlinger&Company ist, will sich in Hinkunft ausschließlich auf diese Tätigkeit konzentrieren. Wödlinger bleibt als Berater für das Neugeschäft weiter für die Gruppe tätig.

Neuer Name

Statt des sperrigen Namens Andlinger Group Anlagenbau Holding AG soll ein neuer Name gefunden werden. Im kommenden Jahr werden die Anlagenbau Austria und die MCE Voest erstmals gemeinsam (für das Geschäftsjahr 2002) bilanzieren. Beide Unternehmensteile sollen künftig stärker gemeinsam den Markt bearbeiten und Synergien nutzen.

Mit Service wachsen

Innerhalb der vier Sparten Industrietechnik, Gebäudetechnik, Stahl- und Maschinenbau und Personalservices soll die Rechtsform der Gesellschaften und die operative Eigenverantwortung aber zunächst bestehen bleiben, sagte Lutzenberger. Wachsen will die neue Gruppe vor allem im Servicebereich. "Der Trend zur Auslagerung der Anlageninstandhaltung hält an, nach dem Petrochemiegeschäft zeigt er sich auch in der Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie", sagte Furch. Hier wolle man stärker werden. Bei der Gebäudetechnik ortet man vor allem in Deutschland Wachstumspotenzial.

In wenigen Jahren soll das Servicegeschäft mehr als die Hälfte des Umsatzes ausmachen, hieß es. Die Dienstleistungen hätten zwar niedrigere Margen als der Anlagenbau, böten aber den Vorteil, "kontinuierliche" Erlöse zu generieren.

Zukäufe

Wachsen will man nicht nur organisch, sondern auch durch Zukäufe, um in "vier oder fünf Jahren" die für den Börsegang nötige Größe zu haben, hieß es. Die bei weitem wichtigsten Märkte der Gruppe sind derzeit Österreich und Deutschland mit beinahe 89 Prozent der Geschäftstätigkeit. Auch Polen, Tschechien und Ungarn betrachtet man als Heimmarkt. Außerhalb dieses Bereichs kommen die Länder des ehemaligen Jugoslawien, Rumänien und Bulgarien als "Zielländer" einer Expansion in Frage, sagte Holding-Vorstandschef Furch. (APA)

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