"Hear I Am"

12. März 2002, 13:46
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Internationales Musikerinnenfestival im kosmos.frauenraum könnte "das letzte sein"

Wien - Das internationale Musikerinnenfestival "Hear I Am" (24. bis 28. 4.) wurde als Auftakt einer regelmäßigen Reihe von Musikfestivals im kosmos.frauenraum konzipiert.

Doch die schwierige finanzielle Situation der Initiative, die am internationalen Frauentag (8. 3.) Konkurs anmelden musste, ließe befürchten, dass "das erste Festival gleich das letzte sein wird", schilderte Musikkuratorin Manuela Schreibmaier am Dienstag bei der Programmpräsentation in Wien.

Trotz Kürzung des Festivalbudgets um ein Drittel von 65.406 Euro auf 43.604 Euro wird ein vielfältiges Musikprogramm geboten: "Selbst wenn es ein Abgang ist, dann wenigstens ein starker", so Schreibmaier.

Soundinstallation

Gleich der Auftakt des Festivals (24. 4., 19 Uhr), eine Soundinstallation von Gabriele Proy, die ein Auftragswerk des kosmos.frauenraums für das Musikerinnenfestival ist, ist noch nicht finanziell gesichert. Man habe zwar beim Bund einen Förderungsantrag gestellt, doch werde erst Ende März entschieden, ob die Installation subventioniert wird. Derweilen laufen die Verhandlungen mit der Stadt Wien über eine Zwischenfinanzierung und einen etwaigen Dreijahresvertrag (Schreibmaier beziffert den Subventionsbedarf auf rund 800.000 Euro, bei 945.000 Euro Gesamtbudget) "sehr zäh und mühsam".

Lösung nicht in Aussicht

Die Situation des kosmos.frauenraums bedürfe einer "raschen Lösung" und einer "unbedingten Erklärung seitens der Stadt, diesen Kulturraum erhalten zu wollen". Beides sei derzeit "nicht in Aussicht". Im Laufe dieser Woche gebe es einen Termin bei Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (S), der im Vorfeld Bemühungen für eine Sonderfinanzierung, die der Initiative bis Anfang Juli die Abwicklung der vereinbarten Produktionen ermöglichen würde, in Aussicht gestellt habe. Am 3. 4. (19 Uhr) lädt die Initiative zu einer öffentlichen Diskussion zur eigenen Zukunft.

Internationale Musikerinnen

"Hear I Am" soll internationale und österreichische Musikerinnen zusammenführen und neue Projekte zu ermöglichen. "Das Beste, das passieren kann, sind langfristige Kooperationen, die beim Festival entstehen", so Schreibmaier. Electric Violin meets Electric Indigo, wenn am ersten, der elektronischen Musik gewidmeten Abend (24. 4.) die E-Geigerin Mia Zabelka zu Visuals von Glam Fatal auf die bekannte DJ-Musikerin trifft, bevor das deutsch/kanadische Duo Miasma (Gudrun Gut/Myra Davis) auftritt. Der zweite Abend (25. 4.) wird mit der Soloperformance "Dreaming Aloud" der Posaunistin und Geigerin Annemarie Roelofs sowie der all-female Big Band "United Women's Orchestra" jazzig.

Am Festival-Freitag (26. 4.) gibt es weibliche Komponisten-Zeitgenossinnen Mozarts (u. a. Margarethe Danzi und Maria Theresia von Paradis) zu hören, bevor Fanya de Stella ihre musikalische Arbeit zum Inuit-Mythos der "Bonewomen" erklingen lässt und das Jazz-Trio Encounters mit seinen Eigenkompositionen aus der "Tradition der weiblichen Interpretationskultur" heraustritt. Ingeborg Freytag (Leipzig), das irische Popduo Zrazy und die Japanerin Mieko Shimizu bestreiten den 27. 4.. Zum "Hear I Am"-Outro (28. 4.) gibt es eine Schülerin-Lehreinnen-Begegnung mit Jay Clayton und ihrer Studentin Annette Giesriegl, bevor das Collective Trio den Festivals-Ausklang besorgt. (APA)

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