Napster feuert zehn Prozent der Belegschaft

12. März 2002, 12:54
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Verhandlungen mit Musikindustrie stocken

Die Online-Tauschbörse Napster hat zehn Prozent des Personals abgebaut. Die Mitarbeiterreduktion ist eine Folge der unerwartet langwierigen Verhandlungen mit den großen Musiklabels, berichtet die Washington Post. Napster-CEO Konrad Hilbers bezeichnete die Maßnahme als "moderat und zeitlich begrenzt". Die nun eingesparten Positionen würden vor dem Start des legalen Services wieder besetzt.

Kosteneinsparungen erforderlich

Die zähen Gespräche mit den Musikunternehmen hätten Kosteneinsparungen erforderlich werden lassen, so Hilbers. Die einst populärste Tauschbörse im Web sieht sich zurzeit in einer ungünstigen Situation. Bei nicht vorhandenen Einnahmen aus dem neuen Musikservice müssen gleichzeitig laufende Kosten sowie Ausgaben für den Rechtstreit mit der Musikindustrie aufgebracht werden. Die Ausgaben des vergangenen Jahres wurden beinahe zur Gänze vom deutschen Bertelsmann-Konzern getragen. "Bertelsmann steht weiterhin zum neuen Napster-Service und wird uns bis zum Relaunch weiter finanziell unterstützen", versicherte Hilbers. Er betonte in der Vergangenheit aber immer wieder, dass dieser Kapitalfluss nicht endlos sei.

Eingestellt

Napster hat sein Musikservice im Juli vergangenen Jahres eingestellt. Seiher arbeitet das inzwischen von Bertelsmann übernommene Unternehmen an einem legalen Relaunch. Dazu muss aber eine Vereinbarung mit der Musikindustrie erreicht werden. Diese Einigung versucht Napster sowohl vor Gericht als auch im Rahmen von Verhandlungen mit den großen Musiklabels zu erreichen. Bereits im Vorjahr hatte das Unternehmen die Mitarbeiterzahl reduziert. (pte)

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