Hilfe bei Mammakarzinom

13. März 2002, 20:43
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Ein neuer Schnelltest zeigt an, ob die aufwendige Brustkrebs-Therapie wirken kann

Wien/San Francisco - Schnelle Auskunft darüber, ob die derzeit modernste "biologische" Therapie bei bestimmten Brustkrebserkrankungen hilft: ÄrztInnen von der Klinischen Abteilung für Onkologie am Wiener AKH haben eine Testmethode entwickelt, mit der sie bereits eine Woche nach der ersten Infusion des Medikaments "Herceptin" die Wahrscheinlichkeit eines Ansprechens der Patientin mit einem fortgeschrittenem Mammakarzinom errechnen können.

Kalkulierbarkeit

"Wir können bei den Patientinnen mittlerweile sowohl die Wahrscheinlichkeit eines Effektes der Therapie als auch die voraussichtliche Zeit bis zum Fortschreiten der Erkrankung kalkulieren", erklärte der Arzt Wolfgang Johannes Köstler.

Bei bestimmten Fällen von Brustkrebs bietet eine zunächst acht bis zwölf Wochen dauernde Behandlung mit dem aus monoklonalen Antikörpern bestehenden Präparat "Herceptin" einen bedeutenden Fortschritt. Bei Frauen, welche an einem Tumor leiden, dessen Zellen an der Oberfläche einen bestimmten Rezeptor vermehrt ausbildet, könnten die monoklonalen Antikörper diese Andockstelle für Wachstumsfaktoren blockieren und so das Wachsen des Tumors hemmen.

Kostenaufwand und Wirksamkeit

Prinzipiell kommen 25 bis 30 Prozent der Mammakarzinome für eine solche Therapie in Frage. Die Behandlung ist kostenaufwändig, außerdem sprechen nicht alle Patientinnen an.

Genau deshalb wäre es enorm wichtig, einen Test zu haben, der möglichst genaue Aussagen über das zu erwartende Behandlungsergebnis mit "Herceptin" gibt. Köstler: "Wenn man früh genug erkennt, dass die Therapie nicht wirken dürfte, könnte man beispielsweise sofort noch zusätzlich eine Chemotherapie geben." Das könnte den Effekt verbessern, man müsste andererseits Patientinnen, welche mit Sicherheit auf "Herceptin" ansprechen, nicht noch zusätzlich mit nebenwirkungsreicheren Zytostatika belasten. (APA)

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