Ältester Juror für Literatur-Nobelpreis gestorben

12. März 2002, 11:44
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Historiker Erik Lönnroth bestimmte 40 Jahre lang über Preisvergabe mit

Stockholm - Nach 40 Jahren als Juror für den Literatur-Nobelpreis ist der schwedische Historiker Erik Lönnroth Anfang der Woche im Alter von 91 Jahren gestorben. Lönnroth hatte seinen Platz unter den 18 auf Lebenszeit gewählten Mitgliedern der Schwedischen Akademie im Mai 1962 erhalten und erstmals bei der Vergabe an den US-Autor John Steinbeck im selben Jahr mitgewirkt. Im letzten Jahr war der Preis an den britischen Schriftsteller V.S. Naipaul gegangen.

"Beißende Schlagfertigkeit"

Lönnroth war das mit Abstand dienstälteste Mitglied der Akademie, die sich selbst nach ihrer Zahl oft "De Aderton" ("Die Achtzehn") nennt. Akademie-Sekretär Horace Engdahl erklärte, Lönnroth habe sich in eigenen historischen Publikationen als hervorragender Stilist erwiesen und bei Diskussionen eine "beißende Schlagfertigkeit" an den Tag gelegt. Über die Nachfolge entscheidet die Akademie selbst im Sommer. Dienstältester Juror ist jetzt der Schriftsteller Lars Forssell (74), der 1971 gewählt wurde.

Gewählte Mitglieder bleiben dies nach der über 200 Jahre alten Satzung bis ans Lebensende, auch wenn sie selbst nicht an der Arbeit teilnehmen wollen. So verließen die Schriftstellerin Kerstin Ekman und ihr Kollege Lars Gyllensten die Akademie 1989 aus Protest gegen deren Schweigen zur Verfolgung des Briten Salman Rushdie. Auch der 1996 nach internem Streit ausgetretene Autor Knut Ahnlund wird weiterhin als Mitglied geführt. (APA)

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