"Beruf gehört zum weiblichen Lebensglück"

12. März 2002, 15:22
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Laut Umfrage ist diese Meinung - auch bei Männern - im Ansteigen

Linz - Immer mehr Österreicherinnen - und auch Österreicher - sind der Meinung, dass ein Beruf außerhalb von Familie und Haushalt zum weiblichen "Lebensglück" gehört. Jene, die der "Frauen-an-den- Herd-Ideologie" huldigen, sterben hingegen langsam aus. Dies geht aus einer Umfrage des Linzer Meinungsforschungsinstituts "Imas" hervor, deren Ergebnisse am Dienstag veröffentlicht wurden.

Die Daten stammen aus der Zeit November bis Dezember des vergangen Jahres, befragt wurde ein repräsentativer Querschnitt von 1.000 Österreicherinnen und Österreichern ab dem 16. Lebensjahr.

58 Prozent stimmten zu

Die zentrale Frage lautete: "Manchmal hört man: Für eine Frau genügt nicht allein die Familie, wenn es irgendwie möglich ist, sollte sie auch einen Beruf ausüben, der ihr gefällt. Würden Sie dieser Ansicht zustimmen oder nicht zustimmen ?".

58 Prozent stimmten zu, dass die Frau auch einem Beruf nachgehen sollte. Bei einer vergleichbaren Befragung im Jahr 1973 lag dieser Anteil noch bei 49 Prozent, seither stieg er kontinuierlich an. Analog dazu ging der Anteil jener, die die Frau nur im Haushalt sehen möchten, von 21 Prozent im Jahr 1973 auf nunmehr neun Prozent zurück.

1973 genau wie heute zogen sich weitere rund 27 Prozent mit der Feststellung "Kommt darauf an" aus der Affäre. Der Rest der Befragten war "unentschieden".

Mehr Frauen stimmten zu

Der Anteil der "Berufs-BefürworterInnen" war bei den Frauen erwartungsgemäß mit 62 Prozent etwas höher als beim Gesamtdurchschnitt der Bevölkerung, aber auch 54 Prozent der Männer sagten, Familie und Haushalt seien zu wenig für das feminine Glück.

Bei den Jüngeren und den Unter-50-Jährigen ist die Ansicht, dass die Frau auch einem außerhäuslichen Beruf nachgehen sollte, etwas stärker vertreten als bei den älteren Semestern. Auch die höheren Bildungsschichten plädieren überdurchschnittlich für eine Berufstätigkeit der Frau. Und nicht zuletzt ist man in den Städten deutlich mehr der Auffassung, dass es für die Frau auch jenseits von Kindern und Küche eine berufliche Entfaltungsmöglichkeit geben sollte. (APA)

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