WHO und UNICEF: Jährlich sterben elf Millionen Kinder

12. März 2002, 14:17
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Stockholm/Wien - Jährlich sterben elf Millionen Kinder an vermeidbaren Krankheiten. Um diese Menschenleben zu retten, haben das UNO-Kinderhilfswerk UNICEF und die Weltgesundheitsorganisation WHO für den 12. bis 13. März eine "Globale Konsultation über Gesundheit und Entwicklung von Kindern und Jugendlichen" in Stockholm einberufen, hieß es in einer UNICEF-Aussendung. "Von den elf Millionen Kindern, die jedes Jahr sterben, sind acht Millionen Babys. Die Hälfte von ihnen stirbt in ihrem ersten Lebensmonat", sagte WHO-Direktorin Gro Harlem Brundtland.

Der Großteil dieser Todesfälle könne verhindert werden, doch nur mit politischem Willen und den notwendigen Mitteln, betonte die WHO-Chefin. Lungenentzündung, Durchfallerkrankungen, Malaria, Masern, HIV/AIDS und Mangelernährung seien die Hauptursachen für die jährlichen elf Millionen Todesfälle. Auch Armut sei ein Hauptgrund für das Sterben der Kinder.

Verstärkung der Gesundheitsdienste

Schwerpunkt der Stockholmer Konsultationen soll die Ausarbeitung von Strategien sein, jene Millionen Babys zu retten, die bereits während ihrer ersten Lebenswochen sterben, hieß es. Ein weiteres Thema werde die Situation von Jugendlichen sein: Jedes Jahr sterben etwa 1,5 Millionen Jugendliche an den Folgen von Drogenmißbrauch, an Selbstmord, Unfällen und Gewalt. Auch die Hälfte aller neuen HIV-Infektionen würden Jugendliche betreffen.

UNICEF und WHO betonen den Bedarf nach einer Verstärkung der Gesundheitsdienste, fordern aber gleichzeitig Unterstützung von Gemeinden und Familien. "Da die meisten Kinder sterben, bevor sie ein Krankenhaus erreichen, müssen die Gesundheitsdienste zu den Menschen gebracht werden und nicht umgekehrt," unterstrich die UNICEF-Direktorin Carol Bellamy.

Investition in die Gesundheit unserer Welt

Nach den Worten von Brundtland kann zum Beispiel Lungenentzündung mit kostengünstigen Antibiotika geheilt werden. Die Behandlung von Durchfallerkrankungen mit oralem Rehydrationssalz koste 0.33 US-Dollar (0,377 Euro) und eine Impfung gegen Masern 0.26 Dollar (0,297 Euro). Malariaprophylaxe, Moskitonetze und Zugang zu Behandlung könnten den Großteil der 900.000 Kinder retten, die jedes Jahr an dieser Krankheit sterben.

"Die Welt kann sich jene Mittel leisten, die nötig sind, um diese Kinderleben zu retten", sagte Carol Bellamy. Die Investition in Kinder und Jugendliche sei "eine beispiellose Investition in die Gesundheit und Sicherheit unserer Welt". (APA)

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